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Sadistische Machtspiele in Höxter: Paar soll Opfer zerstückelt und verbrannt haben

In einem “Horrorhaus” in Höxter-Bosseborn soll ein Paar mehrere Frauen grausam misshandelt haben. Nach jüngsten Ermittlungen der Polizei starben

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Sadistische Machtspiele in Höxter: Paar soll Opfer zerstückelt und verbrannt haben

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In einem “Horrorhaus” in Höxter-Bosseborn soll ein Paar mehrere Frauen grausam misshandelt haben. Nach jüngsten Ermittlungen der Polizei starben mindestens zwei der Opfer. Vermutetes Motiv: sadistische Machtspiele. Aufgrund des Geständnisses der Frau berichteten die Ermittler auf einer Pressekonferenz über das Martyrium des zweiten Opfers:

Meinung

Wir können auch nicht völlig ausschließen, dass möglicherweise dort noch eine andere Frau gestorben ist.

“In der Folgezeit kam es immer wieder zu schwersten körperlichen Misshandlungen des Opfers wie beispielsweise Schläge gegen den ganzen Körper, Anketten an Heizungen, Fesselungen. Das Opfer musste teilweise in kalten Räumen auf dem nackten Fußboden schlafen”, so Ermittler Ralf Meyer. Die 41-jährige Susanne F aus Bad Gandersheim war ihren Verletzungen vergangene Woche im Krankenhaus erlegen. Sie hatte ihren Peiniger über eine Kontaktanzeige kennengelernt.

Mordkommissionsleiter Ralf Östermann sagte:

“Wir sind gezwungen, das ganze Objekt wirklich quadratzentimeterweise abzuarbeiten und zu untersuchen, um zu schauen, ob wir Spuren anderer Frauen finden. Wir können auch nicht völlig ausschließen, dass möglicherweise dort noch eine andere Frau gestorben ist. Das wissen wir einfach zurzeit nicht.”

Das erste Opfer soll das Paar 2014 in eine Tiefkühltruhe gelegt, später zerstückelt und die Leiche im Kamin verbrannt haben: Annika B., eine 33-Jährige aus Niedersachsen, sei nach schwersten körperlichen Misshandlungen in dem Haus des Paares gestorben. Die Frau war im Sommer 2013 ebenfalls durch eine Kontaktanzeige nach Höxter gekommen. Sie habe ihren zukünftigen Peiniger geheiratet, den Tatverdächtigen Wilfried Max W. Der 46-Jährige ist einschlägig vorbestraft und bestreitet jede Schuld.

Die bisherigen Erkenntnisse der Polizei kommen teilweise von Angelika B., der mutmaßlichen Mittäterin. Auch sie war mit dem Mann zuvor verheiratet gewesen. Nach der Trennung im Jahre 2013 lebte sie weiter mit ihm zusammen. Sie soll ihrem Ex-Mann hörig und auf seinen Befehl andere Frauen gequält haben.

Laut Angaben der Ermittler gibt es Hinweise auf weitere Opfer, die die Misshandlungen überlebten. Eine Frau aus dem Großraum Berlin sei am Dienstag vernommen worden. Sie habe sich gemeldet, weil sie das in den Medien inzwischen “Horrorhaus” genannte Gebäude wiedererkannt hatte.