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Auslaufmodell: Die besondere Note des 500-Euro-Scheins

“Der EZB-Rat hat Bedenken Rechnung getragen, dass diese Banknote illegalen Aktivitäten Vorschub leisten könnte.” “Diese Banknote” ist der

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Auslaufmodell: Die besondere Note des 500-Euro-Scheins

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“Der EZB-Rat hat Bedenken Rechnung getragen, dass diese Banknote illegalen Aktivitäten Vorschub leisten könnte.” “Diese Banknote” ist der 500-Euro-Schein. Seine von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossene Abschaffung stößt bei Kreditinstituten auf Kritik.

Meinung

"Der 500er dient mehr dazu, Aktivitäten zu verbergen, als Dinge zu kaufen"

Die EZB mache “weitere Schritte der Bargeldbegrenzung salonfähig”, so der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich für die Abschaffung stark starkgemacht. Die Polizeibehörde Europol hatte 2015 eine Prüfung empfohlen, ob die Ausgabe von Banknoten, “die so eng mit Kriminalität verknüpft sind”, weiter sinnvoll sei. Die Debatte war durch die Anschläge in Brüssel und Paris verstärkt worden.

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin:

“Der 500er dient mehr dazu, Aktivitäten zu verbergen, als Dinge zu kaufen. Da ist nur normal, dass wir uns fragen, wie dieser Geldschein verwendet wird”.

Bei der Einführung des Euro-Bargeldes hatte Deutschland zu den größten Befürwortern des Fünfhunderters gehört. Anders als etwa in Skandinavien werden die meisten Alltagseinkäufe (geschätzt 79 Prozent) in Deutschland immer noch bar bezahlt.

Der 500-Euro-Schein gehört weltweit zu den Banknoten mit dem höchsten Wert – weiter gedruckt werden – Brunei’s 10,000 Dollar-Schein (6,427 Euro) oder die 1.000 Schweizer Franken (907 Euro).

Andere große Scheine gelten noch, wie die 10.000 US-Dollar-Note oder der 10.000 Singapur-Dollar-Schein, werden aber nicht mehr ausgegeben. Auch die 500-Euro-Note soll gesetzliches Zahlungsmittel bleiben und bei den nationalen Notenbanken zeitlich unbegrenzt eintauschbar sein. Zuletzt waren rund 600 Millionen 500-Euro-Scheine im Umlauf.

Für Verbraucher hat das Aus für den 500-Euro-Schein – zunächst – keine Folgen. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat beschlossen, dass die Ausgabe der größten der sieben Euro-Banknoten «gegen Ende
2018» eingestellt wird. Dann sollen die überarbeiteten
100- und 200-Euro-Scheine der neuen Europa-Serie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen eingeführt sein.

Die 500er im Umlauf sollen gesetzliches Zahlungsmittel bleiben. «Der 500-Euro-Schein wird, wie andere Stückelungen der Euro-Banknoten, immer seinen Wert behalten und kann für einen unbegrenzte Zeitraum bei den nationalen Banken des Eurosystems umgetauscht werden», so die EZB.

Manche Volkswirte wollen auf den Fünfhunderter nicht verzichten. Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erklärte: “Es muss der Eindruck entstehen, dass der Hauptgrund der Abschaffung das Ziel ist, die Zinsen weiter in den negativen Bereich zu bringen.” Bargeld kenne keine Negativzinsen, elektronische Konten schon.

su mit Reuters, dpa