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Israel: Aufregung um israelkritische Holocaust-Äußerung des stellvertretenden Generalstabschefs

In Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu den stellvertretenden Generalstabschef für dessen umstrittene Äußerung zum Holocaust scharf

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Israel: Aufregung um israelkritische Holocaust-Äußerung des stellvertretenden Generalstabschefs

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In Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu den stellvertretenden Generalstabschef für dessen umstrittene Äußerung zum Holocaust scharf kritisiert. Jair Golan hatte aktuelle Tendenzen in der israelischen Gesellschaft in die Nähe zu Nazideutschland gerückt. Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages sagte er bei einer Zeremonie: “Wenn es etwas gibt, dass mir im Gedenken an den Holocaust Angst macht, dann sind es abstoßende Prozesse, die in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen vor 70, 80, 90 Jahren passiert sind, und deren Anzeichen ich jetzt – im Jahre 2016 – unter uns bemerke.”

Meinung

Wenn es etwas gibt, dass mir im Gedenken an den Holocaust Angst macht, dann sind es abstoßende Prozesse, die in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen vor 70, 80, 90 Jahren passiert sind, und deren Anzeichen ich jetzt - im Jahre 2016 - unter uns bemerke.

Dies sei ein ungeheuerlicher Vergleich, so Netanjahu bei der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag. Golans Äußerungen würden der israelischen Gesellschaft Unrecht tun und den Holocaust verharmlosen. Golan hatte nach seiner Rede am Mittwoch gesagt, er habe Israel und die israelische Armee keinesfalls mit Nazideutschland vergleichen wollen.

Israel gedachte am Donnerstag der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden. Netanjahu warnte anlässlich des Gedenktages vor aktuellen antisemitischen Tendenzen in arabischen und westlichen Staaten.