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Neue Judo-Generation mit goldenen Momenten

Dem Georgier Beka Gwiniaschwili wird eine glanzvolle Zukunft vorhergesagt, doch auch die Gegenwart ist nicht schlecht. In der Kategorie bis 100

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Neue Judo-Generation mit goldenen Momenten

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Dem Georgier Beka Gwiniaschwili wird eine glanzvolle Zukunft vorhergesagt, doch auch die Gegenwart ist nicht schlecht. In der Kategorie bis 100 Kilogramm war beim Judo Grand Slam in Baku kein Vorbeikommen am 20-Jährigen. Vor wenigen Monaten noch war Gwiniaschwili in der Klasse bis 90 Kilo unterwegs, die Umstellung auf die höhere Gewichtsklasse hat er hervorragend gemeistert. Im Finale von Baku bezwang er Miklos Cirjenics aus Ungarn in nur 36 Sekunden. Für seinen Ura-Nage erhielt der Georgier die siegbringende Ippon-Wertung.

Der Schwede Marcus Nyman setzte sein Gegenüber, den Serben Aleksandar Kukolj, mit einer Haltetechnik außer Gefecht und gewann derart das Finale bei den Männern bis 90 Kilogramm. Nyman, der Grand-Prix-Sieger von Düsseldorf im Februar, ist zwar erst 25 Jahre alt, wurde aber schon 2010 – damals in Wien – Europameister.

Es war eine knappe Angelegenheit zwischen dem Ukrainer Iakiv Khammo und dem Niederländer Roy Meyer im Finale der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm. Ein Golden Score musste entscheiden: Khammo brachte einen Sasae-Tsuri-Komi-Ashi, einen Fußstoppwurf, an, und bekam dafür einen Waza-Ari zugesprochen. Auch der Ukrainer ist ein riesiges Talent. Der 21-Jährige hat bereits die Grand Prixs von Zagreb im vergangenen Jahr und in Düsseldorf im Februar gewonnen. Da reiht sich das Gold von Baku doch gut ein.

Kampflose Finalsiege bei den Damen

Zwei Mannschaftskameradinnen aus den Niederlanden sollten bei den Damen bis 78 Kilogramm den Sieg unter sich ausmachen: Doch Marhinde Verkerk trat im Finale aufgrund von Kniebeschwerden nicht an, Guusje Steenhuis verteidigte damit ihren Grand-Slam-Titel des Vorjahres kampflos. Im Finale des Grand Prixs von Tiflis im März war es noch umgekehrt: Da gewann Verkerk gegen Steenhuis. Die Deutsche Luise Malzahn holte in Baku Bronze.

Auch in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm fiel das Finale ins Wasser. Weltmeisterin Song Yu aus China musste mit einer Rückenverletzung passen, der Weg war frei für die Japanerin Kanae Yamabe. Sie hatte bei der WM in Astana im vergangenen Jahr Bronze geholt. Der Sieg von Baku ist nach Paris 2014 Yamabes zweiter bei einem Grand Slam.

Karl-Richard Frey: Dem Ippon-Festival folgte die Enttäuschung

“Er heißt Karl-Richard Frey, ist Deutscher und ließ hier in Baku aufhorchen. Innerhalb von knapp vier Stunden lieferte er uns die Szene des Tages und die Überraschung des Tages”, berichtet euronews-Reporter Pedro Lasuén.

Karl-Richard Frey legte in Baku los wie die Feuerwehr. Der Athlet vom Beueler Judo-Club in Bonn traf zum Auftakt auf den Neuseeländer Jason Koster. Diese Aufgabe erledigte der Vizeweltmeister von 2015 per Ippon dank eines Koshi-Guruma.

Freys zweiter Gegner, Schingiz Mamedow aus Kirgisien, hatte dem Blitzangriff des Rheinländers ebenfalls nichts entgegenzusetzen. Mit einem Harai-Goshi, einem Hüftfeger, legte Frey seinen Gegner auf die Matte. Dafür gab es natürlich einen Ippon.

Für eine Medaille reichte es für Frey in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm allerdings nicht. Er unterlag überraschend dem späteren Finalisten Miklos Cirjenics aus Ungarn. Im Kampf um Bronze musste sich der Deutsche dann Aaron Wolf, Sohn einer Japanerin und eines US-Amerikaners, geschlagen geben. Dafür nahm Freys Landsmann Dimitri Peters aus Baku Bronze mit.