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Ukraine-Krise: Die Chronologie

Seit Beginn 2014 wird im Osten der Ukraine gekämpft. Mehr als 9000 Menschen sind nach Angaben der UN dabei bisher ums Leben gekommen. Etwa zwei

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Ukraine-Krise: Die Chronologie

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Seit Beginn 2014 wird im Osten der Ukraine gekämpft. Mehr als 9000 Menschen sind nach Angaben der UN dabei bisher ums Leben gekommen. Etwa zwei Millionen Menschen haben die Flucht angetreten.

Der Konflikt beginnt im November 2013. Der damalige Präsident Viktor Janukowitsch zieht sich aus einem bereits vereinbarten Assoziierungsabkommen mit der EU zurück – laut EU-Diplomaten auf Druck von Russland. Die pro-westlichen Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew beginnen. Am 20. Februar 2014 eskaliert die Konfrontation zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften endgültig. Mehr als 80 Menschen werden getötet. Janukowitsch und Opposition unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung. Dennoch entmachtet das Parlament den Präsidenten. Janukowitsch verschwindet.

In der Ukraine übernimmt eine Übergangsregierung die Macht. Der russische Präsident Vladimir Putin lässt Militärübungen an der ukrainischen Grenze durchführen. Am 1. März erteilt ihm das Parlament die Vollmacht für ein militärisches Eingreifen in der Ukraine – zum Schutz russischer Bürger in der Ukraine, wie es heißt. Putin betrachtet den Machtwechsel als Staatsstreich.

Bewaffnete besetzten Regierungsgebäude und Flughäfen auf der ukrainischen Halbinsel Krim. Am 16. März stimmt eine Mehrheit der Bevölkerung bei einem umstrittenen Referendum für eine Abspaltung von der Ukraine. Russland übernimmt die Kontrolle der Halbinsel. Nach ebenfalls umstrittenen Volksabstimmungen im ostukrainischen Donezk und Luhansk erklären prorussische Separatisten die Regionen für unabhängig.

Am 25. Mai wird Petro Poroschenko zum neuen Präsidenten der Ukraine gewählt. Er spricht von Krieg im Osten des Landes und kündigt eine verstärkte Fortführung der Offensive gegen die Separatisten an. In Luhansk und Donezk wird schwer gekämpft. Mehr als 4000 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Anfang Juni verkündete Poroschenko eine einseitige Waffenruhe – doch die Gefechte halten an.

Der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine löst international Entsetzen aus. 298 Menschen, hauptsächlich Niederländer, sterben. Die EU und die USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland.

Gleichzeitig werden die internationalen Bemühungen um ein dauerhaftes Waffenstillstandsabkommen fortgesetzt. Schließlich einigen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der OSZE im September 2014 im weißrussischen Minsk auf einen Friedensplan, dessen Ziele bis heute nicht umgesetzt sind. Im Februar 2015 gibt es mit dem Abkommen Minsk II einen neuen Versuch. Auch diese Waffenruhe ist brüchig. Die vereinbarten Schritte wie der Abzug schwerer Waffen oder der Austausch von Gefangenen wurden nicht oder nur teilweise umgesetzt.

Die meisten Opfer in dem seit über zwei Jahren andauerndem Konflikt sind Zivilisten, so die UN.