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Das große Einmaleins des Brexit

Should I stay or should I go now? Diese Frage stellt sich Großbritannien am 23. Juni beim EU-Referendum. euronews fasst hier die wichtigsten

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Das große Einmaleins des Brexit

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Should I stay or should I go now? Diese Frage stellt sich Großbritannien am 23. Juni beim EU-Referendum. euronews fasst hier die wichtigsten Argumente der Brexit-Gegner Britain Stronger in Europe und der -Befürworter Vote Leave zusammen.

Kosten der EU-Mitgliedschaft

Gegner des EU-Austritts

Die finanziellen Vorzüge durch den EU-Binnenmarkt überwiegen deutlich im Vergleich zu den Kosten einer EU-Mitgliedschaft. Für seinen Einsatz in der EU bekommt der Brite im Schnitt fast das Zehnfache heraus:
Der jährliche Beitrag zum EU-Budget beträgt zwar 340 Pfund für jeden britischen Haushalt. Allerdings sorgen die Brüsseler Bande auch für mehr Handel, Investitionen und niedrigere Preise, die jedem Haushalt mit jährlich etwa 3.000 Pfund zugutekommen.

Befürworter des EU-Austritts

Kommt es zum Brexit, kann Großbritannien die jährlichen Zahlungen von mehreren Milliarden Pfund an – nicht durch Wahl bestimmte – Politiker in Brüssel einstellen. Das Geld könnte dann in das britische Gesundheitssystem, Schulen und Wissenschaft fließen. Aufwendige EU-Regulierungen kosten der britischen Wirtschaft jede Woche mehr als 600 Millionen Pfund.

Einwanderung

Gegner des EU-Austritts

Einwanderung ist gut für die Wirtschaft und Zuwanderer aus der EU zahlen Abgaben, die dem britischen Haushalt zugutekommen. Insgesamt betrachtet zahlen sie mehr Steuern, als dass sie von finanziellen Hilfen profitieren.
Außerdem bedeutet der Brexit nicht zwangsläufig, dass die Einwanderung zurückgeht. Es wird gerechnet, dass EU-Bürger wohl weiter nach Großbritannien ziehen, dort leben und arbeiten dürfen, damit London im Gegenzug den vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt behält.

Befürworter des EU-Austritts

Als EU-Mitglied ist es unmöglich, die Immigration zu kontrollieren. Durch den Austritt wird würde Großbritannien die volle Kontrolle über seine Grenze erhalten, wodurch die Einwanderung zurückgeht. Das schaffe Arbeitsplätze für britische Bürger und lockere den Druck auf britische Behörden.

Wirtschaft

Gegner des EU-Austritts

Großbritanniens Wirtschaft ist stärker innerhalb der EU. Die EU unterstützt britische Unternehmen, schafft Arbeitsplätze und drückt die Preise für Konsumenten.
Im Falle eines Brexit gehen die Investitionen zurück und Millionen Jobs verloren, da globale Hersteller ihre Produktionen aus Großbritannien in EU-Staaten mit niederigeren Löhnen verlagern.

Befürworter des EU-Austritts

Die EU sei ein wirtschaftlicher Misserfolg. Zudem behindern EU-Regulierungen britische Unternehmen mehr, als sie ihnen zunutzekommen. Großbritannien sei allein stärker, meint das Lager der Brexit-Befürworter. Das Risiko, Arbeitsplätze zu verlieren, sei übertrieben, denn diese seien an den Handel und nicht an die politische Einheit gebunden. Dadurch würden neue Arbeitsplätze entstehen, da britische Unternehmen nicht mehr unter der europäischen Bürokratie leiden.

Handel

Gegner des EU-Austritts

Die EU ist der wichtigste Handelspartner Großbritanniens. Ein Brexit berge ein hohes Risiko, da Handelsbeschränkungen und Zölle erhoben würden. Großbritannien ist Teil der europäischen Handelsabkommen mit mehr als 50 Staaten weltweit und es profitiert von besseren Voraussetzungen wegen der Größe der Europäischen Union.

Befürworter des EU-Austritts

Der Handel mit anderen EU-Staaten würde auch nach einem Brexit weiterlaufen. Großbritannien könne ein Freihandelsabkommen mit der EU aushandeln, ohne gleichzeitig Mitglied zu sein. Großbritannien könne eigene Abkommen mit anderen Staaten wie schnell wachsenden Exportländern wie China und Indien aushandeln.

Globaler Einfluss und Sicherheit

Gegner des EU-Austritts

Auf der internationalen Bühne werde Großbritannien zum Nebendarsteller. Es werde weniger Einfluss auf transnationale Entscheidungen haben, wenn es zum Beispiel um Terrorismus, Handel und Umwelt geht. Die EU zu verlassen sei ein Risiko für die Sicherheit. Eine Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn hingegen stärke Großbritannien bei der Abwehr von äußeren Bedrohungen.

Befürworter des EU-Austritts

Großbritanniens Stimme habe mehr Gewicht, wenn es für sich allein spreche. Außerhalb der EU spielt London eine Hauptrolle bei der NATO und ist ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen.
Ein Austritt aus der EU mache Großbritannien sicherer. Gerheimdienste und Polizei müssten sich zudem nicht mehr nach der Charta der Grundrechte der Europäischen Union richten, wenn es um Machtbefugnisse geht.