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"Les habitants": Depardon lässt ganz normale Franzosen zu Wort kommen

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"Les habitants": Depardon lässt ganz normale Franzosen zu Wort kommen

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“Man erkennt vieles, wenn man genau hinsieht.” Raymond Depardon hat sich in seinem Leben und bei seiner Arbeit immer an dieses Motto gehalten. Jüngstes Beispiel, sein neuer Film: “Les habitants”. Der französische Filmemacher und Fotograf ist ein großer Anhänger des Kinos der Wahrheit. Er ist mit einem alten Wohnwagen quer durch Frankreich gefahren. In der Doku kommen zufällig ausgewählte Passanten zu Wort.

Man erkennt vieles, wenn man genau hinsieht.

Er bat immer zwei Menschen ihr Gespräch im Wohnwagen weiterzuführen. Dreizehn Unterhaltungen, die auf kleinstem Raum stattfinden. Sie sind die Darsteller ihres eigenen Lebens und vergessen die Kamera, während hinter der Fensterscheibe das Leben der Anderen weitergeht.

Die Gespräche sind manchmal belanglos und manchmal sehr ernst. Sie sind ohne Scham und dabei ganz unbedarft. Man könnte der Doku vorwerfen, dass vor allem Menschen aus einfachen Verhältnissen ausgewählt wurden und dadurch nicht alle sozialen Klassen repräsentiert sind. Aber der Film ist voller Wohlwollen, vielleicht weil das große Ganze sich im Leben jedes Einzelnen wiederfinden lässt.

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