Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Fliegende Schwergewichte in Almaty

Sport

Fliegende Schwergewichte in Almaty

Werbung

Für viele der Judoka beim Grand Prix von Almaty in Kasachstan war es die letzte Gelegenheit, Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln. Der Franzose Axel Clerget machte mit seinem Sieg in Almaty diesbezüglich die bestmögliche Ausbeute. Im Finale der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm bezwang er den Chinesen Xunzhao Cheng. Für einen Harai-Makikomi samt folgender Haltetechnik Osae-Komi-Waza bekam Clerget eine Waza-Ari-Wertung zugesprochen: Der Überraschungsfinalist Cheng war bezwungen.

Ein Judo-Krimi der allerfeinsten Art bot sich den Zuschauern im finalen Duell der Männer bis 100 Kilogramm. Azeri Mammadow aus Aserbaidschan packte in den Schlusssekunden einen O-Soto-Gari aus, möglicherweise hatte sein Gegner, der Brasilianer Rafael Buzacarini, gedanklich schon Gold um den Hals baumeln, als ihn Mammadows Außensichel erwischte. Der Weltmeister von 2013 hatte seine Vorrundenkämpfe jeweils per Ippon für sich entschieden und im Halbfinale den Ungarn Miklos Cirjenics mit Waza-Ari bezwungen.

Zhehui Zhang holt Gold und erntet Buhrufe

Die georgische Hymne ertönte zu Ehren von Adam Okruaschwilli. Er ist bei den dreistelligen Jungs, also in der Klasse über 100 Kilo, unterwegs. Der Sieger der Europaspiele des vergangenen Jahres traf im Finale von Almaty auf Ushangi Kokauri aus Aserbaidschan. Okruaschwilli punktete per Yuko und ließ einen Waza-Ari folgen. Sein Widersacher Kokauri ist ebenfalls gebürtiger Georgier, ehe er sich Aserbaidschans Verband anschloss. Alle Versuche, seinen ehemaligen Landsmann Okruaschwilli noch aufs Kreuz zu legen, sollten erfolglos bleiben.

Die Chinesin Zhehui Zhang holte in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm zwar Grand-Prix-Gold, doch das gefiel den Zuschauern in Almaty gar nicht. Denn Zhang besiegte im Finale die Kasachin Albina Amangeldijewa – also eine Einheimische. Die Chinesin punktete per Yuko, vielmehr passierte in diesem Finale nicht. Einen Grand-Prix-Sieg hatten beide Finalistinnen bis dato nicht geholt, für die Chinesin ist dieses Manko Geschichte, auch wenn das in Almaty auf den Rängen nicht gerade Begeisterungsstürme auslöste.

Women's podiums from the last day of #JudoAlmaty2016. -78kg and +78kg.

Une photo publiée par International Judo Federation (@judogallery) le

In der höchsten Gewichtsklasse der Damen räumte die Olympiasiegerin von London alles und jeden aus dem Weg. Die Kubanerin Idalys Ortiz gewann das Finale über 78 Kilogramm gegen die Türkin Kayra Sayit, allerdings boten sich die beiden einen zähen Kampf. Abwarten, bloß in keine Attacke der Gegnerin laufen, dachten sich beide. So entschieden Shido-Wertungen: Die Türkin erhielt zwei, die Kubanerin eine – somit gewann Ortiz. Die 26-Jährige hat in ihrer Laufbahn schon fast alles gewonnen: Vor vier Jahren wurde sie Olympiasiegerin, WM-Gold hat sie auch mehrfach in der Tasche. In Rio wird mit ihr zu rechnen sein.

Fliegendes Schwergewicht: Abheben mit über 100 Kilo

Die große Überraschung des letzten Wettkampftages in Almaty war der bereits erwähnte Xunzhao Cheng. Der Chinese war als Außenseiter ins Turnier gestartet, fegte dann aber bei den Herren bis 90 Kilogramm einen Gegner nach dem anderen von der Matte: Im Halbfinale bezwang er die Nummer eins der Setzliste, Mammadali Mehdijew aus Aserbaidschan. Ein echter Judo-Kracher chinesischer Machart! Im Finale musste sich Cheng dann aber wie gesehen dem Franzosen Clerget beugen.

Ein fliegendes Schwergewicht war die Szene des Tages: Im Kampf um Bronze zog Levan Matiaschwili aus Georgien dem Tunesier Faicel Jaballah mit einem Seoi Nage den Boden unter den Füßen weg. Im Semifinale hatte Matiaschwili gegen seinen Landsmann Adam Okruaschwilli verloren, der sich anschließend bekanntermaßen Gold sicherte.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel