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Asturias Preis für James Nachtwey

Jedes Jahr wird der Asturias Preis von der dem spanischen Königshaus nahe stehenden Stiftung verliehen.

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Asturias Preis für James Nachtwey

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Jedes Jahr wird der Asturias Preis von der dem spanischen Königshaus nahe stehenden Stiftung verliehen. Der Preis ist International und wird in acht Sparten verliehen: Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Humanwissenschaften, Forschung, Internationale Zusammenarbeit, Eintracht und Sport. Heute wurde der Geehrte in der Sparte Kommunikation und Menschlichkeit bekannt gegeben, der mit 50.000 Euro dotierte Preis ging an den amerikanischen Fotografen James Nachtwey.

allviews Created with Sketch. Meinung

"Ich war Zeuge, und diese Bilder sind mein Zeugnis. Diese Ereignisse sollten nicht vergessen werden - und sie dürfen sich nicht wiederholen."

Nachtwey zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Dokumentarfotografie, besonders der Kriegsfotografie. Seit 1984 steht Nachtwey unter Vertrag beim Time Magazine; zwischen 1986 und 2001 war James Nachtwey Mitglied der Fotoagentur Magnum. Seine Bilder werden in zahlreichen Zeitungen, Magazinen und Illustrierten veröffentlicht. Nachtwey fühlt sich der “concerned photography” verpflichtet und seine Bilder zeigen Mitgefühl für die Opfer von Kriegen und sozialer Ungerechtigkeit; er interessiert sich zunehmend für Armut und sozialkritische Themen. Er behauptet, „ein Journalist, der sich in eine Kriegszone begibt, übt die höchste Form von Journalismus aus“. Nach seiner Auffassung hat die Presse die Möglichkeit, Ereignisse wirkungsvoll zu beeinflussen; Kriegsreportagen sollten daher nicht unterhalten oder nur informieren, sondern „Instinkte berühren und Politiker zum Handeln antreiben“.

Seine Arbeit ist aber auch umstritten: Nachtwey bilde den Schrecken von Krieg und Tod als „ästhetisches Wunder“ ab; er sei eben so “anti-war” wie der Modefotograf Herb Ritts “anti-fashion” sei und Nachtwey habe – im Gegensatz zu Robert Capa – kein Anliegen. Dem Fotografen wird vorgeworfen, bei einem sensationslüsternen Publikum den „Appetit“ auf immer grauenvollere Bilder zu befriedigen.