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Bald ein FPÖ-Präsident in Österreich?

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Bald ein FPÖ-Präsident in Österreich?

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In Österreich erlebt die rechtpopulistische FPÖ zurzeit einen Höhenflug. Bei der am Sonntag anstehenden Bundespräsidentenwahl hat der FPÖ-Politiker Norbert Hofer gute Chancen. Für den französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy ist das sehr besorgniserregend. Er sagte, Österreich zahle einen hohen Preis für das Scheitern der Großen Koalitionen. Man habe den Extremisten einen riesigen Spielraum überlassen. Beobachter machen ebenfalls die Große Koalition verantwortlich, die in Österreich zur Dauereinrichtung geworden ist. Die Hinwendung zur FPÖ deuten sie als gesellschaftlichen und politischen Umbruch.

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer kommt mit seiner geschmeidigen und eloquenten Art gut an. Und die Zuwanderung von Flüchtlingen hat seiner Partei, die sich als patriotische, anti-islamische Bewegung in Szene setzt, zusätzlich Zulauf verschafft.

Den, man möchte schon fast sagen, einstigen Volksparteien, der sozialdemokratischen SPÖ und der christdemokratischen ÖVP, ist es nicht gelungen, die Wähler zu überzeugen. Sie schafften es nicht in die zweite Runde. Angesichts dieser Katastrophe trat der sozialdemokratische Kanzler Werner Faymann zurück. Sein Nachfolger Christian Kern will Köpfe und Herzen nicht dem billigen Populismus überlassen. in seiner Regierungserklärung kritisierte er, die Politik habe sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt und sich dabei vom Volk entfernt.

Und was sagen die Wiener? Die Meinungen gehen auseinander: “Also, ich glaube, dass durch diese Verunsicherung, die die Leute allgemein haben, durch vermehrt Fremde in Österreich und unbestimmte Ängste – Angst vor Arbeitsplatzverlust usw. – es auch in Österreich, wie in anderen Ländern, einen Rechtsruck geben wird,” so ein Passant. Ein Frau sagt hingegen: “Ich fürchte, dass sehr viele Leute zu Hause bleiben werden, weil sie keine der beiden Personen wählen wollen, und die werden dann am Montag alle geschockt sein, dass es sich nicht ausgegangen ist.”

Den Aufstieg der FPÖ aufhalten, kann nur Alexander Van der Bellen. Der 72-jährige Linke wird von den Grünen ins Rennen geschickt. Österreichische Kommentatoren räumen ihm noch Chancen ein, da in der Vergangenheit oft der Zweitplatzierte der ersten Runde bei der Stichwahl gewonnen habe.

Euronews-Korrespondent Julian Lopez fasst zusammen: “Mehr als sechs Millionen Österreicher sind an die Urnen gerufen. In der ersten Runde der Präsidentenwahl lag die Stimmenthaltung bei rund 30 Prozent. Die Experten sind sich in einem Punkt einig: Egal wie sie ausgehen, die Wahlen am Sonntag werden eine Wende in der Geschichte des Landes darstellen.”

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