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Staubsauger und Knete: Jeff Koons in London

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Staubsauger und Knete: Jeff Koons in London

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Fast den ganzen Koons zeigt eine vom Kunststar persönlich kuratierte Schau in der Londoner Newport Street Gallery Gemälden, Arbeiten auf Papier und natürlich Skulpturen aus 35 Jahren (von 1979 bis 2014). Berühmte “Inflatables” (wortwörtlich: Aufblasbares) wie der Balloon Monkey sind auch dabei. Kurator Hugh Allen erläutert: “Er interessiert sich besonders für den Bezug zum Menschen. Wenn wir einatmen, ist das für ihn eine Metapher für das Leben, das Ausatmen ist eine Metapher für den Tod. Das ist im Grunde der Ursprung all seiner Werke.”

Weitere Exponate sind die gigantische Eierschüssel “Bowl with Eggs” und Play-Doh, ein riesiger Haufen bunter Knete, an der Spielknete seines jüngsten Sohnes inspiriert. Dazu die Interpretation der Kunstexpertin Estelle Lovatt: “Seine Spielzeugskulpturen versetzen uns zurück in die Phase der frühen Kommunikation, wenn man mit Knete spielt. Es ist wundervoll, die schmuddelige Knetmasse zu bearbeiten, alle Hemmungen über Bord zu schmeißen. Das soll uns auch sagen: Hör mal zu, alles ist Kunst.”

Die Staubsaugerskulptur “New Hoover Quik Broom, New Hoover Celebrity IV” gehört zu Koons frühen Werken, zu Beginn der 80er Jahre. Eine Auseinandersetzung mit der Konsumkultur, die heute niemanden wundert, aber damals schockierte, meint Kurator Hugh Allen. “Kunst bedeutet, vom Leben besessen zu sein, wie Francis Bacon sagte. Und dieses Werk handelt vom modernen Leben zu einer bestimmten Epoche. Manchen fällt es schwer, das mit ihrem Kunstverständnis in Einklang zu bringen. Denken Sie an Picasso und die Empörung über die ‘Demoiselles d’Avignon’. Diesen Schock über das Neue gibt es immer wieder.”

“Jeff Koons: Now” ist die erste große Ausstellung des Künstlers in Großbritannien seit 2009. Noch bis zum 16. Oktober in der Londoner Newport Street Gallery, die übrigens dem britischen Kunststar Damien Hirst gehört.

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