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Van der Bellen - Der Professor als bedächtiger Europa-Freund

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Van der Bellen - Der Professor als bedächtiger Europa-Freund

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Alexander Van der Bellen weiß, was sein wichtigster Trumpf auf der politischen Bühne ist: sein stets ruhiges, sachliches und pragmatisches Auftreten. Mit seiner Art punktete er im Wahlkampf weit über die grüne Kernwählerschaft hinaus. Viele prominente Namen aus der österreichischen Kunst, Kultur und Wirtschaft haben ihn unterstützt.

Politisch ordnet er sich als „linksliberal“ ein. Im Wahlkampf machte er sich für eine europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik stark und wandte sich ausdrücklich gegen neue Grenzzäune. Stark umstritten ist seine Ankündigung, als Präsident einen möglichen Bundeskanzler der FPÖ nicht vereidigen zu wollen, weil er – so wörtlich – „Schaden von Österreich abwenden wolle“.

Der 72-Jährige ist nicht gerade das, was man unter einem volksnahen Politiker versteht. Der direkte Kontakt mit dem einfachen Bürger fällt ihm oft schwer. Im Wahlkampf wirkte er bei manchen Auftritten müde und etwas entnervt.

Nach einer langen Karriere an der Universität entschied er sich erst spät für eine Laufbahn in der Politik. Er begann bei den Sozialdemokraten, wechselte dann zu den Grünen. 1994 zog er schließlich ins Parlament ein und wurde bald danach für elf Jahre Parteichef. Er schaffte es, die zerrissene Partei zu einen und zu ersten Erfolgen zu führen.

Den vielen österreichischen Boulevardmedien hat Van der Bellen bisher kaum etwas geboten: sein Privatleben hält der zweifache Vater lieber bedeckt. Eine klassische «First Lady» will er Österreich nicht präsentieren. Seine zweite Frau bleibt unabhängig vom Wahlausgang weiter Geschäftsführerin im Grünen Fraktionsklub.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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