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Taliban-Chef Mullah Mansur bei US-Drohnenangriff getötet

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Taliban-Chef Mullah Mansur bei US-Drohnenangriff getötet

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Taliban-Führer Mullah Achtar Mansur ist bei einem US-Drohnenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet getötet worden. Dies bestätigten die Taliban.

Wie aus US-Militärkreisen verlautet, beschossen am Samstagmittag (MESZ) in einem entlegenen Gebiet nahe Ahmad Wal in Westpakistan mehrere Drohnen ein Fahrzeug, in dem sich neben Mansur noch ein anderer Mann aufgehalten habe.



US-Außenminister John Kerry begrüßte bei einem Treffen mit der birmanischen Spitzenpolitikerin Aung San Suu Kyi in Naypyidaw die Tötung Mansurs: “Dies zeigt der Welt, dass wir weiter an der Seite unserer afghanischen Partner stehen, wenn sie ein stabileres, geeinteres, sichereres und wohlhabenderes Afghanistan aufbauen. Mansur gefährdete diese Anstrengungen und die Befriedung des Landes”, sagte Kerry. Nach Kerrys Angaben wurde der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif von dem Drohnenangriff in Kenntnis gesetzt.



Die USA machen Mansur für den Tod Tausender afghanischer Zivilisten und Sicherheitskräfte verantwortlich. Auf den Straßen der Hauptstadt Kabul kam die Meldung von der Tötung des Taliban-Chefs gut an.

“Das ist eine gute Nachricht, weil sie Selbstmordanschläge verüben und unschuldige Menschen und Kinder töten. Ich glaube, mit jedem toten Talibanführer wird Afghanistan stabiler”, findet Kabuler Mohammed Hussain.

Mansur hatte Ende Juli 2015 offiziell die Führung der Taliban übernommen, danach tobten blutige interne Machtkämpfe unter den Taliban. Im Geheimen hatte er die Islamisten aber schon länger geführt: Sein Vorgänger Mullah Omar, so stellte sich damals heraus, war schon zwei Jahre lang tot, bevor sein Ableben verkündet wurde Mansur und andere aus dem Führungsgremium hatten den Tod aus Angst vor Machtkämpfen verschwiegen.

Mansur, der auf Mitte 40 geschätzt wird, war schon einflussreich, als die radikalislamischen Taliban zwischen 1996 und 2001 in Afghanistan herrschten. Er wurde zuerst Flughafenchef der großen südafghanischen Stadt Kandahar, später Minister für den Flugverkehr.

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