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Monsanto: Der "Bad Boy" unter den Chemieriesen

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Monsanto: Der "Bad Boy" unter den Chemieriesen

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Jährlicher Marsch gegen Monsanto

Der US-amerikanische Agrarchemie-Konzern Monsanto ist erneut in die Schlagzeilen geraten. Erst am vergangenen Wochenende hatten in zahlreichen Städten, unter anderem in Paris, Seattle und Buenos Aires, Tausende beim jährlich stattfindenden “Marsch gegen Monsanto” gegen das unbeliebte Unternehmen protestiert. Monsanto verkauft sein Glyphosat-haltiges Unkrautvernichtungsmittel “Round-Up” und gentechnisch verändertes Saatgut im Paket. Dadurch, so die Befürchtung, werden Ökosysteme zerstört. Auch Bauern würden durch die Firma unter Druck gesetzt.

Doch Monsantos schlechter Ruf hielt den in Leverkusen ansässigen Chemieriesen Bayer nicht davon ab, dem Konzern ein Angebot zur Übernahme vorzulegen. Rund 62 Milliarden US-Dollar (das entspricht derzeit ungefähr 55 Milliarden Euro) will Bayer für das Unternehmen zahlen, prompt nach der offziellen Bekanntgabe landete die Bayer-Aktie im Keller.

Monsantos Welt in Zahlen

Monsanto betreibt 404 Anlagen in 66 Ländern, davon allein 146 in den USA. Das Unternehmen hat 22.500 Festangestellte weltweit, dazu kommen 3000 Angestellte mit Zeitverträgen.

Die Produkte von Monsanto finden sich nahezu überall, eines der bekanntesten ist die gentechnisch-veränderte Sojabohnensorte Intacta RR2 PRO™, die auf 60.700 Quadratkilometern vor allem auf den Feldern Brasiliens und Argentiniens angebaut wird. Im Jahresbericht des Unternehmens von 2015 ist nachzulesen, dass die Firma anstrebt, seine Anbaufläche zu verdoppeln. Größte Konkurrenten Monsantos sind die Unternehmen Syngenta (dessen Wert auf 32 Millarden Euro geschätzt wird) und Dow Chemical (Wert: 45.78 Millarden Euro).

Sollte die Übernahme des Konzerns durch Bayer über den Tisch gehen, würde Bayer zum weltweit größten Agrarunternehmen aufsteigen. Selbst ein Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPonts Landwirtschaftszweig würde dadurch in den Schatten gestellt: Bayer und Monsanto würden zusammen 29 Prozent des Saatgut- und 24 Prozent des Herbizidmarktes weltweit dominieren .

Monsantos Geschichte

Monsanto ist mehr als hundert Jahre alt. Die Firma wurde im Jahr 1901 gegründet und stellte zunächst Saccharin her. Erst nach dem Ende des 2. Weltkriegs begann das Unternehmen mit der Herstellung von Chemieprodukten für die Landwirtschaft. Das Herbizid “RoundUp” kam 1976 in den USA auf den Markt, seit 1996 vertreibt Monsanto gentechnisch verändertes Saatgut.

Ungewisse Zukunft für “RoundUp” in der EU

Der Verkauf des glyphosathaltigen Herbizids “RoundUp” machen 40 Prozent des Umsatzes von Monsanto aus (rund 1,3 Millarden Euro im Jahr 2012). Durch die Herstellung von Glyphosat-resistenten “RoundUp Ready” Samen können Bauern weiterhin Unkräuter mit dem Herbizid abtöten, ohne dass ihr Saatgut beschädigt wird.

Unterdessen hat die Europäische Union ihre Entscheidung in Sachen Glyphosat. verschoben. Bis zum Jahr 2000 wurde dieses Herbizid exklusiv von Monsanto vertrieben. Im März vergangenen Jahres wurde der Stoff in einer Studie der IARC als möglicherweise krebserregend eingestuft. Zuletzt war dieses Urteil von der FAO und der WHO revidiert worden.

Monsanto mehreren Gerichtsverfahren ausgesetzt

Mehrere Städte in den USA haben gegen Monsanto geklagt, so auch Seattle, San José, Oakland, Berkeley und San Diego. Monsanto hatte über Jahre hinweg als einziger Hersteller mit polychlorierten Diphenylen (PCB) gearbeitet und weite Teile der Städte verschmutzt, auch nachdem man bereits um die Wirkung der krebserregenden Chlorverbindungen wusste.

Doch auch Monsanto hält die Füße nicht still. Die Firma verklagt den US-Bundesstaat Kalifornien, der das Herbizid Glyphosat auf die Liste bekannter, krebserregender Stoffe setzen will

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