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"Sea Hero Quest" - Spielen für die Wissenschaft

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"Sea Hero Quest" - Spielen für die Wissenschaft

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Dass Computerspiele durchaus sinnvoll sein können, zeigt ein internationales Forschungsprojekt. Mithilfe des Videospiels “Sea Hero Quest” sollen neue Erkenntnisse für die Erforschung des Gehirns von Demenz-Patienten erhoben. Die kostenlose Spiele-App steht im Internet zur Verfügung. Ziel ist, dass sich bis Ende 2016 mindestens 100 Tausend User einige Minuten lang mit dem Spiel beschäftigen.

Dr. Hugo Spiers, University College London (UCL): “Der Spieler muss sein Boot sich durch unterschiedliche Gewässer steuern. Dabei werden wissenschaftliche Daten gesammelt, die Spielzüge werden registriert. Wie erfahren, wie gut die User mit den Landkarten umgehen, sich an das, was sie bereits gesehen haben erinnern können, und wie gut sie sich im Spieluniversum zurechtfinden.”

Oftmals ist die Einschränkung der räumlichen Orientierung eines der ersten Symptome eines Demenzkranken. “Sea Hero Quest” ist kein Trainingsspiel, um räumliche Fähigkeiten zu testen, einer Demenzerkrankung vorzubeugen oder sie zu diagnostizieren, sondern soll möglichst viele sogenannte Normdaten sammeln.Diese anonymisierten Spieldaten werden im Anschluss von den Demenz-Forschern ausgewertet.

Hilary Evans, Alzheimer’s Research UK: “Die Tatsache, dass Zehntausende Menschen dieses Spiel spielen bedeutet, dass wir die Erforschung der Demenz erheblich beschleunigen. Im Labor bräuchten wir einige Hundert Jahre, um dieselbe Datenmenge, die wir durch das Spiel erhalten, zu erheben.”

Schon wenige Minuten Spiel reichen aus. Je mehr mitmachen, desto mehr ist der Wissenschaft bei ihrem Kampf gegen Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer geholfen. Aktuell leiden weltweit schätzungsweise 45 Millionen Menschen unter Demenz, für das Jahr 2050 werden rund 135 Millionen Betroffene prognostiziert.

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