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Aserbaidschan: Journalistin Khadija Ismayilova auf Bewährung frei

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Aserbaidschan: Journalistin Khadija Ismayilova auf Bewährung frei

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In Aserbaidschan ist die bekannte regierungskritische Journalistin Khadija Ismayilova vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der oberste Gerichtshof der Südkaukasusrepublik hatte ihre siebeneinhalbjährige Haftstrafe auf dreieinhalb Jahre auf Bewährung gesenkt.

Ismayilova kündigte an, weiter als Journalistin arbeiten zu wollen und gegen ihre Strafe vorzugehen: “Ich werde natürlich vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen und kämpfen, bis ich von allen Anschuldigungen freigesprochen bin. Und ich werde die aserbaidschanische Regierung dafür verantwortlich machen, dass sie mich anderthalb Jahre lang eingesperrt und mich von meiner Arbeit, meiner Familie und meinen Studentinnen und Studenten ferngehalten hat.”

Ismayilova ist für Enthüllungen zu Menschenrechtsverletzungen und Korruption in der politischen Elite Aserbaidschans bekannt. Die Mitarbeiterin des von der US-Regierung finanzierten Rundfunksenders Radio Liberty war unter anderem wegen Unterschlagung und Steuerhinterziehung verurteilt wurden. Ismayilova bezeichnete die Anschuldigungen als frei erfunden. Westliche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen kritisierten ihren Prozess als politisch motiviert. Giorgi Gogia, Mitarbeiter von Human Rights Watch in Aserbaidschan: “Ismayilovas Freilassung und die Dutzender weiterer Aktivisten ist ein erster Schritt in die richtige Richtung aber noch lange nicht genug. Die Regierung muss viel mehr tun. Sie muss Häftlinge freilassen und es ihnen erlauben, in ihrem Land frei zu arbeiten.”

Die Freilassung der 40-Jährigen geschieht wenige Wochen, bevor erstmalig ein Formel-1-Rennen in Baku stattfindet. Im Vorfeld des Sportereignisses waren auch andere JournalistInnen, AktivistInnen und RegierungsgegnerInnen begnadigt worden.

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