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Ein Song zum Welt-Multiple-Sklerose-Tag

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Ein Song zum Welt-Multiple-Sklerose-Tag

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Der ungarische Rocksong “Shine Trough” handelt von einer ernsten Krankheit. Im Video wird schnell deutlich, dass der Sänger selbst betroffen ist: Er sitzt im Rollstuhl. Zoltán Nagy leidet seit nunmehr 14 Jahren unter Multipler Sklerose. Er wollte einen Song über seinen ständigen Begleiter, die Krankheit mit den Tausend Gesichtern schreiben, aber keinen traurigen.

Zoltán Nagy: “Ich wollte anderen Menschen, die unter derselben Krankheit leiden, ein positives Zeichen senden. Ich wollte keine negative Wirkung. Kein langsames, lyrisches Lied zum Heulen, sondern einen Song, der aufmuntert, auf jeden Fall Mut macht.”

Wie vom Blitz getroffen

Vor seiner Krankheit war Zoltán Schreiner und sang in einer Rockband. Als die Krankheit ausbrach, gab er nach und nach alles auf, erst die Musik, dann die Arbeit, als ihn die Krankheit in den Rollstuhl zwang. Das war vor vier Jahren. Heute lebt der 46-Jährige bei seinen Eltern und verlässt kaum das Haus.

Zoltán Nagy: “Ich wurde aus heiterem Himmel vom Blitz getroffen, mein Zustand verschlechterte sich zusehends, das ging unglaublich schnell. Bald war ich arbeitslos und saß zu Hause herum. Ich konnte nichts mehr machen.”

Vor einem Jahr meldete sich ein alter Freund und Bandkollege, Péter Dávid, wieder bei ihm, und die beiden begannen, gemeinsam Musik zu machen, darunter den bereits erwähnten Song. Sie wollten etwas für Menschen mit MS tun, nicht nur in Ungarn, in der ganzen Welt.

Deswegen spielten sie den Song auch auf Englisch ein – passend zum Welt-Multiple-Sklerose-Tag am 25. Mai.

Musik als Therapie – auf Empfehlung des Arztes

Millionen Menschen weltweit leben mit der MS, in Ungarn sind es etwa 8000. Wichtig ist eine möglichst frühe Diagnose, um Beschwerden zu mildern. Auch wenn MS bislang nicht heilbar ist, so lässt sie sich doch behandeln. Dabei steht die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten im Vordergrund.

Zoltáns Arzt Gábor Jakab glaubt, dass Musik und andere kreative Ausdrucksformen gut tun. Er riet seinem Patienten, wieder Musik zu machen. “Nicht alles gibt es auf Rezept, jeder muss seine eigene Ausdrucksform finden. Ich hoffe, dass Zoltáns Beispiel vielen Menschen Mut macht und sie dazu anregt, die innere Kraft, die vielleicht nur eingeschlafen oder versiegt ist, wieder zum Leben zu erwecken. Denn diese Kraft kann helfen, ein lebenswerteres Leben zu führen.”

Diese Kraft hat Zoltán in der Musik gefunden – und das gibt ihm viel Hoffnung. “Seit ich wieder Musik mache, bin ich richtig glücklich. Die Krankheit kann mich mal.”

Zoltán will auf jeden Fall weiter singen und hat viele Pläne für die Zukunft. The Ruling Passion heißt seine Band.

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