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Vermeidbare Todesfälle laut Eurostat-Bericht

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Vermeidbare Todesfälle laut Eurostat-Bericht

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Als vermeidbare Sterbefälle werden Sterbefälle bezeichnet, die bei angemessener Krankheitsprävention oder Therapie hätten verhindert werden können.

Im Jahr 2013 starben in der Europäischen Union (EU) 1,7 Millionen Menschen im Alter von unter 75 Jahren. Davon könnten etwa 577.500 Sterbefälle (oder 33,7% aller Sterbefälle) als vorzeitig betrachtet werden, da sie mit dem heutigen medizinischen Wissen und den vorhandenen technischen Möglichkeiten hätten vermieden werden können. Herzinfarkte (184.800 Sterbefälle) und Schlaganfälle (fast 94.000 Sterbefälle) machten zusammen fast die Hälfte (48%) aller vermeidbaren Todesursachen bei Personen unter 75 Jahren aus.

Diese Informationen über Sterbefälle, die durch optimale Gesundheitsversorgung vermeidbar wären, stammen aus einem Bericht, der von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wurde. Dem Begriff der vermeidbaren Sterblichkeit liegt die Vorstellung zugrunde, dass bestimmte Sterbefälle (bei gewissen Altersgruppen bzw. Krankheiten) “vermieden” werden könnten, d. h. zum jeweiligen Zeitpunkt nicht eingetreten wären, wenn rechtzeitige und wirksame Gesundheitsversorgung vorhanden gewesen wäre.

Der Indikator zur Sterblichkeit, die durch optimale Gesundheitsversorgung vermeidbar wäre, kann im Rahmen einer globalen Bewertung der Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen verwendet werden. Die Bewertung der Leistung der Gesundheitssysteme in der EU ist von zunehmender Bedeutung. Der Indikator zur Sterblichkeit, die durch optimale Gesundheitsversorgung vermeidbar wäre, soll zwar nicht als definitives Maß für die Qualität des Gesundheitswesens in den Mitgliedstaaten dienen, liefert jedoch Hinweise über die Qualität und die Leistungsfähigkeit der Gesundheitspolitik eines Landes.

Größter Anteil vermeidbarer Sterbefälle in Rumänien und Lettland, niedrigster Anteil in Frankreich. Der Anteil potenziell durch optimale Gesundheitsversorgung vermeidbarer Sterbefälle an allen Sterbefällen bei Personen unter 75 Jahren war 2013 in den EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Die höchsten Anteile vermeidbarer Sterbefälle wurden in Rumänien (49,4%) und Lettland (48,5%) registriert, gefolgt von Litauen (45,4%) und der Slowakei (44,6%). Bei unter 30% lag der Anteil hingegen in Frankreich (23,8%), vor Dänemark (27,1%), Belgien (27,5%) und den Niederlanden (29,1%).

Quelle: Eurostat

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