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Indien lässt italienischen Matrosen unter Mordanklage ausreisen

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Indien lässt italienischen Matrosen unter Mordanklage ausreisen

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Ein italienischer Matrose, der seit vier Jahren in Indien festgehalten wird, darf in seine Heimat Italien ausreisen. Dies entschied jetzt ein indisches Gericht. Salvatore Girone soll 2012 mit seinem Landsmann Massimiliano Latorre zwei indische Fischer erschossen haben. Die Wachsoldaten auf einem Öltanker hatten die Fischer für Piraten gehalten.

“Bedingung Nummer eins ist, dass er den italienischen Behörden seinen Pass übergibt, sobald er in Italien ankommt. Bedingung Nummer zwei ist, dass er sich einmal im Monat auf der Polizeiwache meldet und der Bericht auch an die indische Botschaft geschickt wird,” erklärt der indische Anwalt von Salvatore Girone Suhail Dutt.

Der Ständige Schiedshof in Den Haag hatte Indien zuvor aufgefordert Girone ausreisen zu lassen. Auch über die Mordanklage gegen die Soldaten soll durch internationalen Schiedsspruch entschieden werden. Die beiden Matrosen lebten seit dem Vorfall 2012 in der italienischen Botschaft in Neu-Delhi. Der andere Seemann durfte aber 2014 nach einem Herzinfarkt nach Italien zurückkehren.

Der Fall belastet die italienisch-indischen Beziehungen seit vier Jahren. Italien vertritt den Rechtsstandpunkt, dass seine Soldaten hoheitlich tätig gewesen sind und daher keiner Strafverfolgung unterliegen. Der italienische Staat hat den beiden Familien der Fischer US-$ 190.000 Entschädigung gezahlt.

Mehr Infos zu den Hintergründen hier:

Artikel auf Spiegel Online von 2013

Artikel von der Standard von 2014

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