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100 Jahre nach Verdun: Merkel und Hollande beschwören den Geist Europas

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100 Jahre nach Verdun: Merkel und Hollande beschwören den Geist Europas

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Nach der Inszenierung Volker Schlöndorffs ist die Gedenkfeier 100 Jahre nach der Schlacht von Verdun zu einem “Dialog des Gedenkens” geworden: Unter Trommelgewirbel stürmten 3400 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich das Gräberfeld und stellten die Kämpfe nach. Nicht Politiker und militärische Akzente standen im Mittelpunkt, sondern das unmittelbare, lebendige Erinnern an die “Hölle von Verdun”.

Gemeinsam besuchten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande danach das Beinhaus von Douaumont, wo sie eine “Flamme der Erinnerung entzündeten. Dort liegen Überreste von 130.000 toten französischen und deutschen Soldaten. Erstmals erinnert eine Inschrift auch an die deutschen Gefallenen.

Aber die beiden Politiker bekräftigten nicht nur die deutsch-französische Freundschaft, sondern beschworen auch den Geist Europas. Man habe die Gräben der Feindschaft hinter sich gelassen, sagte Merkel und warnte:

“Rein nationalstaatliches Denken und Handeln würde uns zurückwerfen. Das gilt für die Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise oder für den Umgang mit den vielen
Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, wie auch für alle anderen großen
Herausforderungen unserer Zeit.”

Auch Hollande warnte in seiner Gedenkrede vor Gefahren für die Europäische Union:

“Die Kräfte der Spaltung, der Abriegelung, der Abschottung sind wieder am Werk. Sie verbreiten Ängste und erzeugen Hass, in dem sie Schwächen, Verzögerungen und Fehler ausnutzen. Sie denunzieren Europa als Ursache des Übels und vergessen dabei, dass Europa aus dem Unglück geboren wurde.”

Die Zeremonie endete mit der “Ode an die Freude”, dem vierten Satz aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie, der auch als instrumentale Grundlage für die Europahymne dient.

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