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Solidarität mit Boateng: Nicht nur Twitter gegen AfD

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Solidarität mit Boateng: Nicht nur Twitter gegen AfD

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Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland ist für seine umstrittenen Aussagen bekannt. Seine neueste Verbalattacke richtet sich gegen den deutschen Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng.

Über den in Berlin geborenen Sohn eines Ghanaers und einer Deutschen sagte Gauland nun in einem Interview gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – offenbar mit Blick auf die Hautfarbe Boatengs: “Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.”

Der AfD-Vize sagte weiter, unter den Anhängern seiner Partei gebe es die Sorge, “dass eine uns fremde Religion sehr viel prägender ist als unsere abendländische Tradition”. Die große Zahl der Fremden komme nun einmal aus Regionen, in denen vor allem Muslime lebten. Der Partei gehe es um die Abwehrung des “kulturell fremden”.

Einziger Haken in diesem Zusammenhang: Boateng ist bekennender Christ, auf seinen Körper hat er ein Kreuz sowie die Jungfrau Maria tätowiert.

Der DFB reagierte mit scharfer Kritik an Gauland. Präsident Reinhard Grindel nannte es “einfach geschmacklos”, die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft “für politische Parolen zu missbrauchen”. Millionen Menschen liebten die Nationalmannschaft, “weil sie so ist, wie sie ist”, sagte Grindel. Boateng sei ein “herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist”.

Eine Umfrage der FAZ im Münchner Stadtteil Grünwald ergab zudem, dass Boateng bei seinen Nachbarn genauso beliebt wie geschätzt ist.

In den sozialen Netzwerken äußerten sich einige Politiker nun deutlich zu den Aussagen Gaulands. Wen man sich nicht zum Nachbarn wünscht, darüber ist man sich einig:

Aussage gegen Aussage: Gauland bestreitet Beleidigung
Allerdings gab Gauland mittlerweile bekannt, er habe Boateng niemals beleidigt. Er sei in der Zeitung falsch zitiert worden: “Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten”, so der Politiker. In einem vertraulichen Hintergrundgespräch habe er die Einstellung gewisser Menschen zitiert, sich aber an keiner Stelle über Boateng geäußert. Die FAS verwies dagegen auf die Aufzeichnung der Journalisten. Zudem habe Gauland keine Autorisierung der Zitate gefordert.

Auch AfD-Chefin Frauke Petry mischte sich in die Diskussion ein:

In der vergangenen Woche hatten einige Pegida-Anhänger gegen eine von Ferrero anlässlich der Europameisterschaft gestartete Marketingaktion gehetzt. Dabei waren die Kinderbilder der deutschen Nationalmannschaftspieler auf die Packungen gedruckt worden, darunter unter anderem auch Boateng und Ilkay Gündogan.

Beim Spiel war Boateng übrigens Kapitän der deutschen Nationalelf.

Da gibt es viele kleine Bildchen aus Berlin.

Hinweise auf die sportlichen Leistungen des Stars.

Und natürlich hat Gauland schlechte Karten.

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