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UNHCR: 880 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

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UNHCR: 880 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

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Bei mehreren Schiffsunglücken sind nach UN-Angaben in der vergangenen Woche mindestens 880 Flüchtlingen im Mittelmeer ertrunken. Zu diesem Ergebnis kam das UNO-Flüchtlingshilfswerk nach mehreren Gesprächen mit Überlebenden. Bisher war man davon ausgegangen, dass in der vergangenen Woche drei Boote kenterten und etwa 700 Menschen ertranken. Nun wisse man, dass es Unglücke auf mindestens drei weiteren Booten gab.

Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika und Italien erweist sich damit erneut als die mit Abstand gefährlichste. Dort läuft mittlerweile statistisch jeder 23. Bootsflüchtling Gefahr, ums Leben zu kommen; im Mittelmeer insgesamt gilt dies für einen von 81. Dies liegt laut UNHCR vermutlich daran, dass die Boote der zwischen Nordafrika und Italien verkehrenden Schlepper stärker beladen sind als die, die von der Türkei nach Griechenland übersetzen.

Obwohl die Zahl der aus Libyen nach Italien übersetzenden Flüchtlinge in diesem Jahr ungefähr gleich hoch wie 2015 ist, sind bereits wesentlich mehr Menschen auf der Überfahrt gestorben. 2016 sei bisher “besonders tödlich”, so die UNO-Organisation. Seit Jahresbeginn seien rund 2.510 Menschen im Mittelmeer ertrunken, im Vergleichszeitraum 2015 waren es 1.855.

Zudem wurde bekannt, dass die italienische Polizei am Wochenende 16 mutmaßliche Schlepper verhaftete. Den Beamten gelang es, die Männer bei der Ankunft überlebender Migranten im Hafen von Catania auf Sizilien festzunehmen. Die meisten der Menschen, die in diesem Jahr in Italien ankamen, stammen laut UNHCR aus Nigeria und Gambia.

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