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Terror und Streiks: Touristen meiden Paris

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Terror und Streiks: Touristen meiden Paris

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Dunkle Wolken über Paris: Frankreichs Hauptstadt sorgt sich um ihre Stellung als Touristenmagnet. Zuerst die Terroranschläge, jetzt die Furcht vor unabsehbar langen Streiks, und das kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft. Die Anschläge haben Frankreichs Hoteliers um Einnahmen in Höhe von geschätzten 270 Millionen Euro gebracht, 150 Millionen allein in Paris. Und die Buchungen für diesen Sommer sind im Jahresvergleich teils um 50 Prozent eingebrochen, wie Evelyne Maes vom Pariser Hotelierverband gegenüber Reuters sagte. Auch der französische Handelsverband GNI spricht von einem massiven Buchungseinbruch von ausländischen Touristen.

Aus Japan kamen im ersten Quartal dieses Jahres verglichen mit demselben Zeitraum 2015 56 Prozent weniger Besucher nach Paris, aus Russland waren es 35 Prozent weniger, und 14 Prozent weniger Chinesen wollten in Paris Urlaub machen. Die Zahlen stammen vom Pariser Tourismusverband.

Eine unerschrockene Touristin meint: “Die Leute haben uns gefragt, ob wir unseren Plan ändern würden, und wir sagten, nein, wir kommen nach Paris, denn die Angst darf nicht unser Leben kontrollieren.”

Eine etwas zaghaftere sagt: “Es fühlt sich definitiv etwas unsicher an, ich hätte gedacht, es würde sich viel sicherer anfühlen, aber Angst habe ich nicht.”

Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Doch Soldaten mit Gewehren geben auf potentielle Besucher kein allzu einladendes Bild ab. Was also tun? Die Stadtverwaltung und die französische Regierung haben sich gleichermaßen ins Zeug geworfen, um das angeschlagene Image der Stadt wieder auf Vordermann zu bringen.

“Made in Paris” heißt die Kampagne, die jetzt von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault vorgestellt wurde. Der Fremdenverkehr ist ein wichtiger Pfeiler der französischen Wirtschaft. Gut 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kommen vom Tourismus, in Paris allein sind es sogar 13 Prozent. Gut eine halbe Million Menschen leben hier vom Tourismus, er ist der größte Wirtschaftszweig der Hauptstadt.

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