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Tunesien: Wie die Fachkräfte-Abwanderung stoppen und Frieden fördern?

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Tunesien: Wie die Fachkräfte-Abwanderung stoppen und Frieden fördern?

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Wie kann Bildung Frieden und Entwicklung fördern? Speziell in Tunesien nach dem arabischen Frühling? Das war Thema der Konferenz des WISE-Weltbildungsgipfels in Tunis Ende Mai.

Mit dabei die Unternehmerin und Friedensnobelpreisträgerin Ouided Bouchamaoui vom Nationalen Dialogquartett Tunesiens und Sakena Yacoobi, auch die “Mutter der Bildung” in Afghanistan genannt. Sie ist überzeugt: “Die Wurzel der Probleme in der Welt ist der Mangel an Bildung. In Afghanistan haben wir viele Vorfälle und leben in einer Konfliktsituation, 35 Jahre lang hatten wir Krieg. Ich denke, die Bildung hat die Menschen in Afghanistan verändert.”

Vor über zwanzig Jahren hat Yacoobi das Afghanistan Institute of Learning gegründet – angesichts der katastrophalen Lage bei Bildung und Gesundheitswesen in ihrem Land. Ihre Erfahrungen und die anderer Bildungsexperten sollen den Tunesiern ein Beispiel geben. Denn, so WISE-Geschäftsführer Stavros Yiannouka: “Die Zivilgesellschaft spielt die entscheidende Rolle. Sie war es immer, die die Verbindung zwischen Bildung und Frieden schuf. Wenn wir die Kraft der Bildung für den Frieden einspannen können, und eher die Dinge betonen, die uns einen, statt die, die uns spalten, kann Bildung ein sehr nützliches und wirksames Instrument werden.”

Wie die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen?

Eine entscheidende Frage für die Tunesier ist, wie die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden kann. Je nach Region finden zwischen 20 und über 40 Prozent der jungen Tunesier keinen Job, manche suchen über drei Jahre lang. Studenten sollen nun auch ermutigt werden, sich als Unternehmer zu versuchen.

Die Workshops bei der Konferenz sollten die tunesischen Lehrer und Professoren inspirieren. Anleitung gab es unter anderem von einer Bildungsexpertin aus Singapur, die Ministerien und Organisationen berät, Sherena Mistri-Yiannouka. Sie schränkt ein: “Ich glaube nicht, dass man gute Methoden einfach kopieren kann. Man muss sich eher die erfolgreichsten Modelle ansehen, auswählen, was für das eigene Land und Bildungssystem funktionieren kann und was mit dem, was man hat, geht.”

Der Ideenaustausch ist ein erster Schritt. Bislang leidet Tunesien unter der Abwanderung junger Fachkräfte und Hochschulabsolventen. Es wird einiges brauchen, um diesen Trend umzukehren.

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