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Hoffnung bei chemoresistenten Krebsformen: Meeresschnecken

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Hoffnung bei chemoresistenten Krebsformen: Meeresschnecken

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Können Meeresschnecken gegen Krebs helfen? Australische Wissenschaftler gehen davon aus, dass bestimmte chemische Substanzen in den Eiern von Meeresschnecken Krebs bekämpfen. Das Besondere daran: Die Forscher glauben, dass Meeresschnecken zur Therapie von solchen Krebsarten eingesetzt werden könnten, die bisher resistent auf Chemotherapien reagiert haben.

Karen Perrow ist Krebsforscherin an der australischen Universität von Wollongong. Sie erklärt den außergewöhnlichen Schutz, den die Schnecken gebildet haben: “Die Art der Umgebung, in der diese Kreaturen leben müssen, ist recht harsch. Aber sie können darin überleben, ihr Nachwuchs überlebt darin. Sie entwickeln das, was wir einen chemischen Verteidigungsmechanismus nennen.”

Seit Jahren wird geforscht. Die Moleküle mit den Anti-Krebs Eigenschaften der Meeresschnecken müssen isoliert und chemisch neu potenziert werden. Erste Laborversuche lassen hoffen, so Perrow: “Nach 48 Stunden ist es gelungen, 100 Prozent der Zellpopulationen abzutöten – gegenüber einem herkömmlichen Krebsmedikament, das nur 10 Prozent abtöten konnte.”

Doch noch gibt es keine klinischen Versuche. Die Schwierigkeit: Ein Medikament in einer Dosierung zu entwickeln, das für den Menschen nicht toxisch wirkt. Danielle Skrpeta ist Chemikerin an der Universität Wollongong: “Man braucht oft Jahre, um die richtige Steigerung der Wirksamkeit zu finden. Wir sind jetzt bei einer Vertausendfachung der Potenz des natürlichen Produkts.”

Die Hoffnung für viele hoffnungslose Kranke – sie liegt im Meer. Doch für die Entwicklung eines Krebsmedikaments braucht die Forschung mehr Zeit. Bis die klinischen Versuche gestartet werden können, werden nach Einschätzung der Forscher weitere 5 -10 Jahre vergehen.

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