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Britische Fischer kritisieren EU-Regeln

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Britische Fischer kritisieren EU-Regeln

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Auslaufen oder im Hafen bleiben? Das ist das Dilemma der britischen Fischer angesichts des Referendums über den Verbleib in der Europäischen Union. Im Hafen von North Shields an der Nordseeküste ist die Stimmung schlecht.

Alan Jenkins, der mit acht Jahren zum ersten Mal fischte, blickt pessimistisch in die Zukunft. Er meint, “ich weiß nicht, wie es weitergeht, aber die EU-Fischpolitik tut uns nicht gut. Aber das wird sich vielleicht ändern, wenn wir aus der EU austreten.”

An diesem Tag bleiben die Netze leer. Die Fischer beschweren sich, sie könnten die Fischquoten nicht erfüllen, die ihnen von der EU auferlegt werden. Paul Fletcher, Manager beim Lindsay Brothers Fischgroßhändler beschwert sich:
“Die EU tut nichts für die Fischer hier, sie drücken die Quoten nach unten. Alles basiert auf einem Quotensystem. Sie dürfen nicht ausfahren, um zu fischen. Französische und spanische Fischer können allerdings kommen und uns die britischen Gewässer leer fischen. Wie kann das sein?”

Großbritannien blickt nach Norwegen, das sich 1972 gegen Europa entschied, aber das zum europäischen Wirtschaftsraum gehört.
Ein guter Kompromiss, meint Tyrgve Myrvang von der Vereinigung der norwegischen Amateurfischer.
“Norwegische Fischbestände sollen weiter norwegischen Fischern gehören. Das machte bisher unseren Erfolg aus. Vor allem bei Kabeljau,” erklärt Myrvang stolz.

Norwegen ist der zweitgrößter Fischexporteur weltweit. 60% der Lieferungen sind für den europäischen Markt bestimmt.
Allerdings stammen 70% der Exportgewinne nicht aus dem Hochseefischfang, sondern von Lachsfarmen. Als Nicht-EU-Mitglied fallen für Norwegen bei Lieferungen an den europäsichen Markt Zölle an.
Jan Borre Johanson, der auf einer Lachsfarm arbeitet, kritisiert, “derzeit wird der meiste Lachs als ganzer Fisch in die EU exportiert. Hätten wir keine Tarife, würde mehr Lachs direkt in Norwegen weiterverarbeitet und aufgewertet/veredelt werden. Wir würden außerdem mehr Arbeitsplätze schaffen.”

Denn die EU erhebt Zölle von nur 2% auf den ganzen Fisch, aber von 13-20%, wenn er weiterverarbeitet wurde. Deshalb wird der norwegische Lachs in Deutschland und Polen geräuchert.

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