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Hongkong: Mahnwache und Verhaftungen am Jahrestag der Tian'anmen-Proteste in Peking

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Hongkong: Mahnwache und Verhaftungen am Jahrestag der Tian'anmen-Proteste in Peking

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In Hongkong haben Demonstranten der Niederschlagung der Tian’anmen-Proteste in Peking vor 27 Jahren gedacht. Am Rande der Kundgebung wurden mehrere Pro-Unabhängigkeits-Aktivisten festgenommen.

Zur traditionellen Mahnwache mit Kerzen hatten sich nach Angaben der Organisatoren zuvor 125.000 Menschen im Victoria-Park eingefunden. Örtlichen Medien zufolge war es die niedrigste Zahl seit Jahren. Die Polizei sprach hingegen von nur 21.800 Teilnehmern.

Die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao sind die einzigen chinesischen Territorien, in denen die Kundgebungen toleriert werden.

Auch im von China beanspruchten Taiwan wurde an das brutale Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in Peking erinnert. Tsai Ing-wen, die neue Präsidentin der Inselrepublik, sagte in Richtung der chinesischen Führung, vor Demokratie müsse man sich nicht fürchten. Die Beziehungen haben sich seit ihrer Wahl verschlechtert.

Auf dem chinesischen Festland ist jedes öffentliche Gedenken an die Tian’anmen-Ereignisse verboten. Im Frühjahr 1989 hatte sich auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking sieben Wochen lang Demonstranten versammelt und Reformen gefordert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schickte die Regierung Soldaten und Panzer.

Offiziellen Zahlen zufolge kamen bei der Niederschlagung und den folgenden Unruhen 200 bis 300 Menschen ums Leben. Schätzungen von Hilfsorganisationen und Diplomaten schwanken zwischen einigen Hunderten und über 1000 Toten.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking wies Kritik am Umgang
Chinas mit dem Jahrestag zurück. Die Regierung sei schon vor
langer Zeit zu “klaren Schlüssen” über die politischen Unruhen in den
80ern gekommen.

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