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IranAir auch bei Boeing auf Einkaufstour

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IranAir auch bei Boeing auf Einkaufstour

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Die staatliche-iranische Fluggesellschaft IranAir könnte mehr als 100 Maschinen bei Boeing bestellen, außerdem benötige die Gesellschaft Unterstützung beim Warten ihrer alternden Flotte, sagte der Chef von IranAir, Farhad Parwaresch, nach Medienberichten (“Reuters”). Vor einer Übereinkunft mit Boeing seien aber noch Hindernisse zu überwinden.

“Es gibt Treffen und Verhandlungen”, sagte Parwaresch. “Wir hoffen, dass wir in Zukunft ein gegenseitiges Verständnis erreichen.” Über Zahl und Typen einer Flugzeugbestellung müsse später verhandelt werden. Die USA werden in Teheran immer noch als feindlich gesonnen angesehen.

Zur Lage der iranischen Luftfahrtbranche nach Jahrzehnten der Sanktionen sagte Parwaresch, das Land habe eine Flotte von 250 Flugzeugen, von denen 90 aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen fehlender Ersatzteile nicht flugbereit seien. 80 Prozent der Flotte müssten demnächst erneuert werden. “In den nächsten zehn Jahren benötigen wir mindestens 250 bis 300 Flugzeuge, wenn es gut läuft sogar noch mehr.”

Im Januar hatte IranAir bei Airbus 118 Flugzeuge für 23,8 Milliarden Euro (Listenwert) bestellt. Der Vertrag bedarf allerdings noch einer Exportlizenz der USA, weil in den Flugzeugen jede Menge Teile aus den USA verbaut sind.

Boeing wiederum benötigt für einen Geschäftsabschluss im Iran die Zustimmung der US-Regierung – und ebenso wie Airbus Exportlizenzen für die Ausfuhr von US-Technologie.

Die US-Exportlizenzen sind nicht die einzigen Hürden, die in Moment auch das Geschäft der Iraner mit Airbus erschweren. Iranair sucht Banken oder Leasingfirmen, die mit einsteigen und sich an der Finanzierung beteiligen. Da es nach wie vor Beschränkungen für US-Kreditinstitute bei Geschäften mit Iran gibt, müssen dafür andere Geldquellen erschlossen werden.

IranAir steht auf der "Liste der Luftfahrtunternehmen, deren Betrieb in der EU Beschränkungen unterliegt." (Stand Dezember 2015). Nur 12 Airbus A 300 und A 310 dürfen Flughäfen in der EU anfliegen oder von ihnen abfliegen.

Sigrid Ulrich mit Reuters

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