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Brexit-Debatte - Farage: "Ich bin kein Rassist"

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Brexit-Debatte - Farage: "Ich bin kein Rassist"

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Die Debatte über den möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU schreckt viele Polen ab, nach Großbritannien zu ziehen. Seit der Osterweiterung der EU haben hunderttausende Polen und Balten in Großbritannien einen Job angenommen – sicherlich zu ihrem eigenen Vorteil. Aber auch zum Vorteil des Gastlandes? Der Chef der Anti-EU-Partei UKIP, Nigel Farage, bezweifelt das.

“Wenn ihre Bevölkerung um eine halbe Million pro Jahr wächst, wächst auch ihr BIP. Was nicht wächst ist das BIP pro Kopf. Und man kann nicht messen, wieviel Migranten an Steuern zahlen und an Sozialleistungen erhalten. Und wir können nicht sagen, welche Kosten für Schulneubauten, Krankenhausneubauten und neue Straßen entstehen. Wir können uns das nicht leisten. Es ist interessant, dass einige Untersuchungen sagen, wir sind besser dran, andere, die sagen, wir sind schlechter dran. Das Oberhaus sagt, das man das unmöglich feststellen könnte und sich vermutlich die Waage hielte”, sagte Farage zu euronews.

In der itv-Fernsehfragestunde zum EU-Referendum hatte Farage am Dienstag erneut versucht, mit einer Beschränkung der Einwanderung zu punkten.

Cameron & Farage live The EU Referendum (ITV, 50:08 min)



“Offene Grenzen” schadeten Großbritannien. Das Referendum stelle die einzige Möglichkeit dar, die Einwanderung in den Griff zu bekommen, sagte Farage.

Farage wies den Vorwurf des geistlichen Oberhaupts der anglikanische Kirche, des Erzbischofs von Canterbury, er “legitimiere Rassismus” zurück. Erzbischof Justin Welby hatte erklärt, Farage versuche Angst zu schüren, um daraus politischen Nutzen zu ziehen. Dies sei absolut inakzeptabel.

Der Erzbischof bezog sich konkret auf eine Aussage Farages, ein Verbleib in der EU könnte zu massenhaften sexuellen Übergriffen wie in der Silvesternacht in Köln führen.

Im Frühstücksfernsehen des kommerziellen Fernsehsenders itv1, "Good Morning Britain", sagte Farage am Mittwoch, der Erzbischof solle genauer lesen, was er gesagt habe und wenn er jemanden angreifen wolle, solle er besser den katholischen deutschen Erzbischof angreifen, der die Vorfälle mit scharfen Worten kommentiert habe.

Für ihn sehe es so aus, als gehöre der Erzbischof von Canterbury zu den Leuten, die bereit seien, wegzuschauen.

Farage hatte in einem Interview mit dem Sunday Telegraph auf die Frage, ob die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens die Gefahr von Übergriffen wie in Köln erhöhe, geantwortet: “Das hängt davon ab, ob sie EU-Pässe erhalten und ob wir für den Brexit stimmen oder nicht” .

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