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Hunde-OP mit Gummipuppe

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Hunde-OP mit Gummipuppe

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Auf dem Operationstisch des Fachbereichs Tiermedizin an der University of Florida liegt ein vierbeiniger Patient. Kein echter Hund, sondern eine Gummipuppe, an der künftige Tierärzte Eingriffe üben können, ohne dabei einem lebendigen Hund auf den Pelz zu rücken. Mit dem realistisch nachgebauten Tierkörper samt Organen und Blutkreislauf lassen sich viele unterschiedliche Pathologien und Eingriffe programmieren, sagt der Entwickler.

Christopher Sakezles, SynDaver Labs: “Das ist im Grunde wie ein großes 3D-Puzzle. Man verfügt über separate Bestandteile wie Knochen, Muskeln, Organe, Venen und Arterien. Sobald ein Element entfernt wird, beispielsweise, bei einer Operation, kann es durch ein neues ersetzt werden.”

So eine Hundepuppe kostet immerhin gut 25 Tausend Dollar pro Stück. Die Testobjekte sollen demnächst an der University of Florida zum Einsatz kommen. Eine Crowdfunding-Kampgane zur Finanzierung wurde bereits gestartet.

Der große Vorteil des Plastikpatienten: sämtliche Vitalfunktionen wie Herzschlag oder Atembewegungen werden simuliert. Außerdem: kein Tier muss für die angehenden Veterinäre sterben. Das Problem der Veterinärschulen sei die Versorgung mit Tierkadavern, sagen die Entwickler der Gummipuppe. Diese stammen vor allem aus Tierheimen.

Christopher Sakezles, SynDaver Labs: “Tierkadaver sind keine gute Lösung, nicht nur, weil die Tiere dafür ihr Leben lassen müssen, sondern weil die Körper meist eingefroren oder präpariert werden und deswegen nicht mehr so realistisch sind, wie bei einem lebendigen Tier. Dieses Produkt gibt den Benutzern ein realistischen Eindruck.”

Eine Hundepuppe kann übrigens bis zu 40 Mal operiert werden. Danach bietet der Entwickler als Dienstleistung Reparatur und Generalüberholung an.

Wenn sich der Hund gut verkauft, hat die Firma bereits ein weiteres Produkt in Planung: Gummikatzen.

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