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"Brexit" entschärft "Grexit" - neue Milliarden für Griechenland

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"Brexit" entschärft "Grexit" - neue Milliarden für Griechenland

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Ein Vorteil der “Brexit”-Debatte: Niemand spricht mehr vom “Grexit”. Ganz ohne Getöse bekommt Griechenland nächste Woche
wieder frisches Geld – 7,5 Milliarden Euro. Auch die Signale vom Internationalen Währungsfonds sind positiv.

Der IWF soll beim Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro mitziehen. Der Fonds sei noch nicht so weit, dass er sich an der Finanzierung
beteiligen könne, sagte ein Sprecher in Washington: «Aber ich hoffe,
dass wir am Ende des Jahres soweit sind.» Er fügte hinzu:
«Schuldenerleichterungen sind jetzt formell auf der Agenda.» Die
Eurogruppe und der IWF hatten sich im Mai auf einen konkreten
Zeitplan dafür geeinigt.

Das Aufsichtsgremium des Euro-Rettungsschirms ESM habe den Weg für die Auszahlung freigemacht, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici in
Luxemburg.

Pierre Moscovici:

“Sehr große Fortschritte sind erzielt worden. Und deshalb bin ich so glücklich, dass wir vor ein paar Minuten im Gouverneursrat des ESM die Auszahlung von 7,5 Milliarden Euro an Griechenland beschließen konnten. Und ich meine, das wird Sauerstoff in die griechische Wirtschaft bringen. Das ist, was wir erwarten, dass das, was wir wollen.”

Die Eurogruppe – hier koordinieren die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik – hatte sich Ende Mai grundsätzlich darauf verständigt, insgesamt 10,3 Milliarden Euro Hilfsgelder freizugeben, weil Athen die nötigen Reformen lieferte. In den vergangenen Wochen hatte Athen noch ausstehende Bedingungen erfüllt.

Der Rest des Geldes soll im Herbst ausgezahlt werden.

Finanzminister Euklid Tsakalotos bilanzierte, das sei ein schwieriges Jahr gewesen, insbesondere für die Griechen. «Es ist noch ein langer Weg
zurückzulegen», warnte er.

Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber und war 2015 akut vom einem Ausschluss aus der Eurozone bedroht.

SORGEN VOR BRITISCHEM EU-REFERENDUM

Das anstehende britische EU-Referendum dämpfte die Freude unter den in Luxemburg versammelten Euro-Finanzministern merklich. «Wir sind natürlich beunruhigt», sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. Es würden «mögliche Szenarien» überlegt. Einen Plan B für einen Politikwechsel gebe es aber nicht.

Drastisch drückte sich der scheidende finnische Ressortchef Alexander
Stubb aus. «Ich meine, das wäre der Lehman-Brothers-Augenblick
Europas», sagte er mit Blick auf einen “Brexit”. Der Kollaps der
Lehman-Bank in den USA hatte 2008 die internationale Finanz- und
Wirtschaftskrise ausgelöst.

su mit dpa

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