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Welternährungsbericht: Immer mehr Menschen leiden unter Fehlernährung

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Welternährungsbericht: Immer mehr Menschen leiden unter Fehlernährung

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Ein Drittel aller Menschen leidet unter der ein oder anderen Form von Fehlernährung. Das geht aus dem neuen Welternährungsbericht (Global Nutrition Report) hervor, den das Internationale Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) jetzt vorgestellt hat. Übergewicht oder Mangelernährung, immer mehr Länder haben mit diesen Problemen zu kämpfen.

In fast allen Ländern steigt die Zahl übergewichtiger Menschen

Laut dem Bericht sei Fehlernährung inzwischen eine große und weltweit auftretende Herausforderung.

Zwei Fünftel der gut fünf Milliarden Erwachsenen weltweit sind demnach übergewichtig oder fettleibig. Darunter leidet jeder Zwölfte an Diabetes, einer Krankheit, die teilweise dadurch ausgelöst werden kann, dass man schwerer ist als man sein sollte.

Die Zahl übergewichtiger Kinder unter fünf Jahren lag im Jahr 2014 bei 41 Millionen, das entspricht 6,1 Prozent. 1990 betrug waren 31 Millionen Unterfünfjährige Übergewichtig, 4,8 Prozent.

Bei der Fettleibigkeit junger Kinder lagen Albanien, Libyen, Montenegro und Georgien ganz vorn. In all diesen Ländern sind dem Bericht zufolge mindestens rund 20 Prozent der Kinder unter fünf Jahren übergewichtig.

Die USA, die Türkei, Libyen, der Libanon und Katar gehören zu den Ländern, in denen mehr als zwei Drittel der Erwachsenen übergewichtig oder fettleibig sind.

“Fehlernährt zu sein ist neuerdings normal”

“Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung”, so Lawrence Haddad von IPFRI, der den Bericht mitverantwortet. “Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein. Das ist eine Welt, die wir alle als völlig inakzeptabel bezeichnen müssen.”

Fehlernährung kann die Ursache einer ganzen Reihe an gesundheitlichen Problemen sein, sei die Fettsucht, Anämie oder ein gehemmtes Wachstum bei Kindern.

Die Autoren des Berichts schreiben, dass in Asien und Afrika rund 11 Prozent an Wirtschaftsleistung aufgrund von Fehlernährung verloren gehen. Außerdem belaste dies ohnehin angespannten Gesundheitssysteme noch zusätzlich.

Die Welt sei weit davon entfernt, die Ziele, die bei der World Health Assembly 2013 vereinbart wurde, zu erreichen. Damals war unter anderem beschlossen worden, die Zahl von Kindern unter fünf Jahren mit Wachstumsprobleme um 40 Prozent zu reduzieren.

Viele Kinder sterben an Fehlernährung

Geschätzte 45 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren können laut dem Bericht mit Fehlernährung zusammenhängen.

Allerdings wurden auf diesem Feld bereits Fortschritte erzielt.

So ist die Zahl an Kindern unter fünf, die an Wachstumsstörungen leiden, überall außer in Afrika und Ozeanien zurückgegangen.

Von den weltweit 667 Millionen Kindern unter fünf Jahren sind 159 zu klein für ihr Alter. 50 Millionen sind nicht schwer genug für ihre Größe. Und 41 Millionen sind übergewichtig.

Forscher brauchen bessere Daten

Die Autoren des Berichts fordern von der Politik, mehr Anstrengungen und mehr Geld in den Kampf gegen Fehlernährung zu stecken. Gleichzeitig weisen sie auf das Fehlen wichtiger Daten hin.

“Datenlücken sind überall auf der Welt ein großes Hindernis für Fortschritte bei der Ernährung. Jedes Land hat einen anderen Ernährungskontext und sollte daher auf nationaler und regionaler Ebene versuchen, Daten, die es braucht, zu sammeln und auszuwerten, und dann entsprechend der eigenen Situation zu handeln”, schreiben sie.

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