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Indignados, Nuit debout: Wie weit reicht die Kraft von Europas Weltverbesserern?

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Indignados, Nuit debout: Wie weit reicht die Kraft von Europas Weltverbesserern?

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*Schläft Frankreichs Nuit-debout-Bewegung nach über zwei Monaten bald ein – oder kann sie sich zu einer politischen Kraft entwickeln und gesellschaftlichen Einfluss bekommen?

Seit Ende März besetzen Frankreichs “nächtliche Aufrechte” allabendlich den Platz der Republik in Paris und diskutieren dort über eine bessere Welt von morgen. Reden darf jeder, Gleichheit ist das Postulat, basisdemokratisch sollen neue Ideen gefunden werden. Ziel ist, dem Volk wieder eine Stimme zu geben – dem Volk, über dessen Kopf hinweg regiert wird, wie viele Franzosen finden. Die Bewegung ging aus den Protesten gegen die geplante Arbeitsmarktreform in Frankreich hervor. Doch der Rückhalt in der Bevölkerung sinkt. Wie geht es mit Nuit debout weiter? Was hat sie erreicht – und was kann sie erreichen?

In Spanien ging aus der Bürgerprotestbewegung der Indignados die Podemos-Partei hervor und gewann Einfluss im Parlament und in einigen Rathäusern. Doch Frankreichs Utopisten wollen sich mehrheitlich nicht von Parteien, Gewerkschaften oder anderen Organisationen vereinnahmen lassen. Haben sie ohne konkrete Agenda und politische Führungsfigur überhaupt eine Chance, etwas ändern zu können? Die Mehrheit der Franzosen erwartet laut Umfrage inzwischen, dass die Bewegung bald einschläft. Ein Strohfeuer?

Insiders fühlt der Protestbewegung in Frankreich auf den Zahn und schaut auch nach Spanien, dessen Indignados Vorbild für die französischen Aktivisten sein könnten. Genauer nach Madrid, wo seit einem Jahr Manuela Carmena Bürgermeisterin ist, eine Galionsfigur der neuen spanischen Linken. Sie ist sehr populär, doch vor Kritik nicht gefeit. Und ihre Bilanz nach einem Jahr ist gemischt – weniger Schulden, mehr Bürgerbeteiligung, aber auch mehr Arbeitslose.

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