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Doping: Putin kritisiert pauschale Sperre russischer Athleten

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Doping: Putin kritisiert pauschale Sperre russischer Athleten

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Sperre russischer Leichtathleten für die Olympischen Spiele in Rio 2016 kritisiert. Putin sagte auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, es gebe gemeinhin akzeptierte Regeln des Rechts, nach denen Einzelpersonen die Verantwortung tragen müssten.

Von der Sperre, die der Leichtathletik-Weltverband IAAF ausgesprochen hatte, wären aber möglicherweise alle alle russischen Leichtathleten betroffen. Der Generalsekretär des russischen Athletenverbandes ARAF, Mikhail Butow, der ebenfalls dem IAAF angehört, prüft einen Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof in der Schweiz.

Russlands Sportler sind traditionell erfolgreich in den leichtathletischen Disziplinen. Nach den Olympischen Spielen von Sotschi waren aber 15 russische Medaillengewinner des Dopings überführt worden. Mitverantwortlich für die Aufdeckungen: die Sportlerin Julia Stepanowa und ihr Mann Witali, der früher bei der russischen Dopingkontrollagentur RUSADA arbeitete.

Ex-Dopingopfer begrüßt Entscheidung

Stepanowa war einst selbst gedopt, heute begrüßt sie die Sperre des Weltverbandes. In einer Dokumentation der ARD sprachen sie offen über die russische Dopingpraxis. Die Vorwürfe reichen bis in die russische Regierung. Diese soll das Doping systematisch unterstützt haben, der Geheimdienst FSB soll Urinproben verschwinden lassen haben und Dopingkontrolleure sollen eingeschüchtert worden sein.

Die Entscheidung des IAAF war einstimmig. Dennoch, ganz aus muss es für die russischen Leichtathleten nicht sein. Der Weltverband ließ die Möglichkeit offen, dass, so wörtlich, “nicht verdorbene” russische Athleten bei Olympia antreten könnten, wenn sie besonders strenge Kontrollen akzeptierten. “Ein Athlet, der sich außergewöhnlich für den Kampf gegen Doping eingesetzt hat, sollte wohlwollend beurteilt werden”, sagte der IAAF-Anti-Doping-Beauftragte Rune Andersen. Athleten wie Julia Stepanowa könnten von solchen Ausnahmen profitieren. Sie würden dann quasi als unabhängige Kandidaten antreten, nicht unter russischer Flagge. Endgültig muss außerdem noch das Internationale Olympische Komitee über die Sperre entscheiden. Die Stellungnahme des IOC wird für kommende Woche erwartet.

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