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Moon-set: Der UN-Generalsekretär zieht Bilanz

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Moon-set: Der UN-Generalsekretär zieht Bilanz

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Ban Ki-moon ist der ranghöchste Diplomat der Welt. Der UN-Generalsekretär bringt gerade seine Amtszeit zu Ende. Eine schwierige Aufgabe, denn es gibt noch viel zu tun vor dem Machtwechsel. Die Kriege und Krisen sind nicht beendet, der Hunger in der Welt nicht abgeschafft. Und beim Klimaabkommen von Paris ist auch noch einige Nacharbeit gefordert. Isabel Kumar hat Ban Ki-moon zu einem kleinen Résumé getroffen.

Kumar: Ihre Amtszeit endet bald und wir wollen hier über Ihre Erfolge sprechen, aber auch über die Herausforderungen, die es noch zu meistern gilt. Es scheint, als wäre die Welt wie gelähmt von den vielen Krisen und Ereignissen. Glauben Sie, wir segeln in unbekannten Gewässern?

Ban: Wir leben in einer gefährlichen Welt mit vielen Herausforderungen. Es gibt die Flüchtlingsströme und den Terrorismus, aber gleichzeitig sollten wir eine positive Zukunft haben. Die Führungseliten der Welt haben sehr wichtige Visionen vorgebracht und zeigen Einsatz für die Entwicklungsziele und das Klimaabkommen von Paris.

Ban Ki-moons Leben

Seine Amtszeit ging über zwei Jahre

Sie endet im Dezember 2016

Ban wurde am 13. Juni 1944 in Südkorea geboren

Der sogenannte Islamische Staat nimmt viel von dieser Hoffnung. Können die Vereinten Nationen auch bei der Lösung dieses Problems eine Rolle spielen?

2006 haben die Vereinten Nationen eine umfassende weltweite Strategie gegen den Terrorismus beschlossen…

…die nicht zu funktionieren scheint…

Das ist für mich die wichtigste Angelegenheit. Im vergangenen Monat habe ich der UN-Generalversammlung einen umfassenden Plan vorgestellt, um extremistische Gewalt zu verhindern. Jetzt ist es an den Mitgliedsstaaten und ich hoffe, dass diese den Plan bald umsetzen.

Wir haben also diesen Krieg in Syrien, der immer noch weitergeht, und die Situation, dass die Vereinten Nationen zwischen den USA und Russland feststecken. Können Sie da dennoch einen Fortschritt erzielen?

Ich bitte die USA und Russland als Vorsitzende der internationalen Syrien-Gruppe, viel mehr zu tun. Zunächst durch politische Verhandlungen…

Aber wir bekommen den Eindruck, dass die Zeit der Diplomatie vorbei ist. Es gab so viele Versuche. Wenn Diplomatie nicht hilft, was dann?

Wir müssen über drei Bereiche sprechen. Was die Syrienkrise angeht, müssen wir zunächst die Gewalt beenden. Dann können wir Millionen von menschen humanitäre Hilfe bieten. Wir müssen lebensrettende Unterstützungsmaßnahmen durchführen und gleichzeitig in politischen Dialog treten.

Glauben Sie, es wird noch während Ihrer Amtszeit einen Durchbruch geben?

Die Deadline ist der erste August. Das scheint sehr ehrgeizig, uns bleiben weniger als zwei Monate, um unsere Maßnahmen anzuwenden und es braucht kreative und praktische Initiativen.

Schauen wir an einen anderen Ort der Welt. Auch Europa wird von vielen Krisen gespalten. Wenn Europa so weitermacht, wo sehen Sie die Zukunft des Kontinents?

Mir ist klar, dass die europäischen Länder vor großen Herausforderungen stehen, vor allem wegen der immensen Wanderungsbewegungen von Menschen, Flüchtlingen und Migranten. Wenn wir aber gleichzeitig globale Hilfsbereitschaft und einfühlsame politische Führung zeigen, glaube ich, dass wir das Problem lösen können. Es sieht nach einem Zahlenproblem aus, um wie viele tausend oder zehntausend Menschen geht es? Aber es ist in Wahrheit eine Frage von globaler Hilfsbereitschaft und Mitgefühl.

Das scheint ja heutzutage zu fehlen.

Es fehlt. Ich habe für den 19. September ein Gipfeltreffen vorgeschlagen und ich hoffe, dass alle Staatschefs kommen, auch die europäischen. Wir werden die Gründe für die Probleme ansprechen, wie wir Menschenrechte und die Würde der Flüchtlinge wahren und wie wir sie in die Gesellschaft integrieren. Dazu gehören Gesetze, aber auch die Anerkennung dessen, was diese Migranten für unsere Gesellschaft leisten können.

Sie sprechen von Einheit. Das eine Mal, als die Welt zusammenstand, war der Klimagipfel in Paris. War das die größte Errungenschaft Ihrer Amtszeit?

Darauf bin ich besonders stolz. In dieses Klimaabkommen habe ich all meine Kraft und Leidenschaft gesteckt. Als ich meinen Posten als Generalsekretär angetreten habe, war der Klimawandel kein großes Thema. Selbst einige unserer Berater sagten mir: Das ist zu kompliziert, zu politisch riskant, du könntest scheitern. Damals sagte ich: Wir haben keinen Plan B, weil wir keinen Planeten B haben.

Könnte eine mögliche Wahl von Trump das Abkommen gefährden? Immerhin ist er gegen das Klimaabkommen.

Ich will keinen der beiden wahrscheinlichen US-Präsidentschaftskandidaten kommentieren. Aber die Debatte, ob es einen Klimawandel gibt oder nicht, ist lange vorbei.

Sehen Sie das Abkommen in Gefahr?

Die Welt hat deutlich gemacht, dass der Klimawandel schneller passiert als erwartet. Es ist eine Übereinkunft, Die USA haben sich verpflichtet. Was das Abkommen betrifft, spielen sie eine große politische und wirtschaftliche Rolle, egal, wer dann an der Macht sein wird.

Wie würden Sie Ihre Amtszeit bewerten? Glauben Sie, Sie waren ein guter Generalsekretär?

Das werden die Historiker und die ganze Welt entscheiden. Ich habe all meine Zeit, meine Kraft und meine Leidenschaft in die Arbeit mit den Mitgliedsstaaten gesteckt, um die Welt besser zu machen, was nachhaltige Entwicklung betrifft, Geschlechtergleichheit, Klimawandel und die Jugend. Ich habe so viele unterschiedliche Menschen getroffen und ich habe versucht, eine Stimme für die zu sein, die keine Stimme haben, ein Verteidiger der Schutzlosen auf der ganzen Welt.

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