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Bürgermeister-Stichwahlen: Fünf Sterne-Bewegung verpasst Renzis Demokraten schwere Niederlage

Bei den Bürgermeister-Stichwahlen in Italien konnte die europakritische Fünf Sterne-Bewegung einen unerwartet großen Erfolg feiern.

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Bürgermeister-Stichwahlen: Fünf Sterne-Bewegung verpasst Renzis Demokraten schwere Niederlage

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Bei den Bürgermeister-Stichwahlen in Italien konnte die europakritische Fünf Sterne-Bewegung einen unerwartet großen Erfolg feiern. Die Kandidatinnen der vom Starkomiker Beppe Grillo gegründeten Protestgruppierung konnten sich in Rom und in Turin deutlich durchsetzen. Im Rom stimmten 67,5 Prozent für Virginia Raggi. Die 37-jährige wird die erste Bürgermeisterin in der ewigen Stadt.

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"Wir werden daran arbeiten, nach 20 Jahren schlechter Politik und der "Mafia Capitale" Rechtsstaatlichkeit und Transparenz in den Institutionen wiederherzustellen"

Virginia Raggi Designierte Bürgermeisterin von Rom

“Wir werden daran arbeiten, nach 20 Jahren schlechter Politik und der “Mafia Capitale” Rechtsstaatlichkeit und Transparenz in den Institutionen wiederherzustellen. Das fehlt im Moment”, sagte Reggi.

In Turin schlug die erst 31 Jahre alte Grillo-Kandidatin und Unternehmerin Chiara Appendino überraschend mit 56,7 Prozent der Stimmen Amtsinhaber Piero Fassino von Renzis Partito Democratico (PD). Fassino war als klarer Favorit in das Bürgermeisterduell gegangen. Im ersten Wahlgang hatte er noch einen Vorsprung von elf Prozent vor Appendino.

In Neapel kam es zu einem klaren Sieg des amtierenden linken Bürgermeisters Luigi De Magistris, der ohne Renzis Unterstützung mit fast 67 Prozent wiedergewählt wurde. Die Kandidatin von Renzis PD war bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden.



In Mailand und in Bologna konnten sich die PD-Kandidaten mit knapper Mehrheit behaupten.

Die Führung der PD sprach von einer “klaren Niederlage ohne mildernde Umstände“in Turin und Rom. Sie will an diesem Freitag über das Wahlergebnis beraten. Renzi hatte mehrfach betont, dass die Kommunalwahlen stark lokal beeinflusst seien und keine Abstimmung über die Regierung darstellten.

Die Volksabstimmung über die Verfassungsänderungen im Oktober gilt als wichtiger für Renzis politische Zukunft als die Kommunalwahl.