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Das Erfolgsrezept der Fünf-Sterne-Bewegung

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Das Erfolgsrezept der Fünf-Sterne-Bewegung

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Die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung ist schnell zur zweitstärksten Partei im italienischen Parlament herangewachsen. Vor sieben Jahren wurde sie vom italienischen Satiriker Beppe Grillo gegründet, um das traditionelle Parteiensystem im Land kräftig durchzumischen.

Grillos Merkmal: die weiße Löwenmähne und wüste Schimpftiraden gegen das politische Establishment. Er elektrisiert die Massen, indem er gegen die traditionellen Parteien Stimmung macht.

“Ich wollte keinen Sicherheitsabstand,” erklärt er. “Den gibt es nur, um euch vor mir zu schützen. Gleichzeitig ist er ein Symbol für das heutige Italien. Ich erzähle euch keine Lügenmärchen, ich will meine Stimme nicht erheben. Ihr habt schon zuviel Unsinn gehört. Seit der Vereinigung Italiens 1860 erzählt man euch dummes Zeug.”

Beppe Grillo organisierte 2007 Massendemonstrationen gegen die politische Klasse, genannt “Vaffanculo Day” – zu deutsch “Rutsch mir den Buckel runter”.

Die Fünf-Sterne-Bewegung entstand 2009 angesichts wachsender Politikverdrossenheit. Neu war:
In Grillos Blog können Aktivisten politische Orientierungen und Kandidaten selbst bestimmen. Ein kleiner Raum für direkte partizipatorische Demokratie. So entstand ein gemischtes Programm, das im politischen Spektrum rechts und links nach Stimmen fischt: Ja zum Mindesteinkommen und zum Referendum, ob Italien in der EU bleibt.
Strikte Antikorruptionsmaßnahmen. Unterstützung für kleine und mittelständische Unternehmen. Eine Begrenzung für politische Mandate. Eine Reduzierung der Politikergehälter. Eine Obergrenze für Partei- und Pressespenden. Internet für alle.

Kurzum: ein Programm, das in Italien ankommt. Bei den Parlamentswahlen vom Februar 2013 trug die Fünf-Sterne-Bewegung nahezu 25% der Stimmen davon.

Im Mai verweigerte die Gruppierung in letzter Minute die Zustimmung für ein Gesetz, das Homosexuellen die Heirat ermöglichen würde. Allerdings hatten 80% ihrer Aktivisten sich dafür ausgesprochen. Politischen Beobachtern zufolge wollte die Partei dadurch einen politischen Sieg der Regierung verhindern.

Selbst wenn der sprudelnde Komiker vor anderthalb Jahren als Politiker in Rente gegangen ist, hat er weiter großen Einfluss auf die Bewegung. Viele schätzen sein Urteil. Offenbar hat er ein Veto bei potentiellen Fünf-Sterne-Kandidaten. Abgeordnete auf lokaler Ebene müssen zudem bei jeder wichtigen Frage die großen Politiker der Bewegung um Rat fragen.

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