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Trauer nach Bootsunglück in Russland: "Er steht nicht auf der Liste der Geretteten"

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Trauer nach Bootsunglück in Russland: "Er steht nicht auf der Liste der Geretteten"

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Nach einem Bootsunglück mit mindestens 13 toten Jugendlichen in Russland haben die Behörden fünf Personen festgenommen.

Ihnen wird die Vernächlässigung von Sicherheitsvorschriften vorgeworfen. Unter anderem sollen nicht genügend Rettungswesten zur Verfügung gestanden haben.

Nach Angaben der Ermittler war die Gruppe von Teilnehmern eines Ferienlagers bei einem Bootsausflug in einen schweren Sturm geraten. Zwei der drei Boote sanken, mindestens 13 Jugendliche kamen ums Leben. Ein weiterer Teenager wird noch gesucht. Mehr als 20 Überlebende werden mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäusern behandelt.

Laut Alexander Hudilainen, Gourverneur der autonomen Republik Karelien, ist absolut unverständlich, warum der Ausflug trotz Wetterwarnung stattfand: “Der Bootsausflug war an diesen Tagen zwar geplant, doch mit einer Wingeschwindigkeit von bis zu 17 Metern pro Sekunde und Wellen von anderthalb Metern Höhe, hätte niemand mit gesundem Menschenverstand entschieden, einen Bootsausflug zu machen. Erst recht nicht auf den See Sjamosero.”

Die Familien sollen eine Schmerzensgeld von umgerechnet rund 13.750 Euro erhalten.

Der Süßwassersee liegt in der Republik Karelien im nordwestlichen Teil Russlands.

Zehn der Opfer stammten nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters aus der Hauptstadt. Im Laufe des Tages sollen die Leichen dorthin überführt werden.

Diese Mutter verlor bei dem Unglück ihren Sohn: “Sein Name steht auf der Opferliste. Er hätte bald seinen 14. Geburtstag feiern sollen”, erklärte sie.

“Sie haben uns angerufen und uns gesagt, dass der Name unseren Sohnes nicht auf der Liste der Geretteten steht. Aber das muss nicht heißen, dass er tot ist”, so eine andere Mutter.

Die Behörden ordneten die Schließung des Ferienlagers an. In der Republik Karelien und in Moskau wurde eine eintägige Staatstrauer ausgerufen.

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