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Zentralbanker Draghi, Yellen: Gegen "Brexit", aber gefasst auf alles

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Zentralbanker Draghi, Yellen: Gegen "Brexit", aber gefasst auf alles

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Die näher rückende Abstimmung der Briten über einen EU-Ausstieg versetzt Währungshüter auf beiden Seiten des Atlantiks in erhöhte Alarmbereitschaft. EZB-Präsident Mario Draghi sagte in Brüssel, die Europäische Notenbank rüste sich mit Notfallplänen für die Zeit nach dem Votum.

“Ich meine, wir haben alle notwendigen Vorbereitungen getroffen,” sagte der Italiener vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments.

Die Erholung der Wirtschaft des Eurogebiets habe “zu Beginn des Jahres Dynamik gewonnen”, aber “zugleich bleibt die Unsicherheit hoch und die Abwärtsrisiken sind nach wie vor signifikant aufgrund des weiterhin fragilen Zustands der Weltwirtschaft und die geopolitischen Entwicklungen. Wir bleiben eng dran an der Entwicklung der Preise.”

“Wir sind bereit, alle zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen, falls notwendig, um unser Ziel zu erreichen.”

“Im Besonderen ist die EZB gefasst auf alle Eventualitäten im Anschluss an das EU-Referendum in Großbritannien.”

“Es gibt umfangreiche Konsultationen zwischen allen Zentralbanken der Welt und dem IWF, aber keine Pläne oder so etwas, keine Verpflichtungen …”

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US-Notenbankchefin Janet Yellen warnte vor einem Kongress-Ausschuss, bei einer Entscheidung für einen Austritt sei eine Phase von Finanzmarktturbulenzen zu befürchten. Auch die konjunkturellen Perspektiven der USA dürften darunter leiden.

“Eine Entwicklung, die die Anlegerstimmung trüben könnte, ist das bevorstehende Referendum in Großbritannien. Wenn die Briten die Europäische Union verlassen, könnte das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Der Ausschuss verfolgt aufmerksam die globalen Wirtschafts- und Finanzentwicklungen und deren Auswirkungen auf Binnenkonjunktur, Arbeitsmarkt und Inflation. “

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Nach Einschätzung der Commerzbank könnten bei einem Brexit die großen Notenbanken zudem bei Interventionen am Devisenmarkt gemeinsame Sache machen. Auch die US-Notenbank könnte mitmachen, da der starke Dollar den US-Exporteuren das Leben erschwert. Die US-Währungshüter hatten vergangene Woche entschieden, den Leitzins in der Spanne von 0,25 und 0,5 Prozent zu belassen. Das Szenario eines britischen EU-Ausstiegs war laut Yellen dabei mit ins Kalkül genommen worden.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet im Falle eines Ausstiegs mit einem raschen Einschreiten der EZB. “Wenn es zu einem Brexit kommen würde, wären Verwerfungen unvermeidlich”, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher: “Die EZB würde sicherlich am Interbankenmarkt Liquidität einschießen.” Laut Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny könnte die EZB auch geltende Devisen-Swap-Vereinbarungen mit der Bank von England aktivieren, um beruhigend auf die Finanzmärkte einzuwirken. Im Kern handelt es sich dabei um gegenseitige Liquiditätshilfen. Die EZB stellt dabei der britischen Notenbank Euro-Liquidität zur Verfügung – die Bank von England der EZB wiederum Pfund. So soll sichergestellt werden, dass sich Geldhäuser in Großbritannien und im Euro-Raum gegen Sicherheiten von ihren Notenbanken ausreichend Pfund oder Euro leihen können.

Die Briten stimmen an diesem Donnerstag in einem historischen Referendum darüber ab, ob sie die Europäische Union verlassen oder bleiben. Der Ausgang gilt als völlig offen.

su mit Reuters

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