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Britischer Finanzminister kann Anleger nicht halten

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Britischer Finanzminister kann Anleger nicht halten

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Der britische Finanzminister rechnet nach dem Brexit-Votum mit weiteren Turbulenzen an den Märkten. Kurz vor Handelsbeginn hat sich George Osborne zum erstenmal öffentlich zum “Brexit”-Votum geäußert. Er rechne mit anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten. Und: “Es ist bereits offensichtlich, dass einige Unternehmen weiter Entscheidungen über Investitionen und neue Jobs aufschieben”. Sein Land werde die Herausforderung aber meistern.

George Osborne, britischer Finanzminister:

“Die Finanzmärkte haben vielleicht nicht mit diesem Ausgang gerechnet. aber das Finanzministerium, die Bank of England und die Finanzaufsicht (Financial Conduct Authority) haben in den vergangenen Monaten robuste Notfallpläne für die unmittelbaren finanziellen Folgen im Falle dieses Ergebnis ausgearbeitet. Wir und das Aufsichtsunternehmen der Bank of England PRA (Prudential Regulation Authority) haben in den letzten Wochen systematisch mit jedem großen Finanzinstitut gearbeitet, um sicherzustellen, dass sie mit den Folgen einer “Brexit”-Abstimmung klarkommen.”

Der erste Praxistest ging aber daneben: Für die Aktien von Barclays und Royal Bank of Scotland wurde an der Londoner Börse der automatische Handelsunterbrecher („automatic circuit breaker“, ab -8 Prozent) aktiviert. Hinterher machten die beiden Banken mit -18,8 Prozent und -24 Prozent weiter.

Finanzwerte standen in ganz Europa unter Druck: Der europäische Banken-Index fiel um sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Deutsche Bank brachen um acht Prozent auf ein Rekordtief von 12,30 Euro ein. Auch Credit Suisse fielen auf ihren tiefsten Stand. Mit Kursverlusten von bis zu 14 Prozent gehören Royal Bank of Scotland (RBS) und Barclays zu den größten Verlierern. Der europäische Versicherungsindex gab mehr als vier Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief nach. “Die Dinge sind derzeit so unsicher, dass Investoren keine Ahnung haben, wie viel ihrer riskanten Anlagen sie noch verkaufen müssen”, sagte Analyst Hiroko Iwaki vom Researchhaus Mizuho Securities, Japan.

Marktstratege Mike Ingram, BGC Partners, London:

“Es hat eine gewisse Ansteckung der internationalen Märkten gegeben, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand mit einem systemischen Versagen des Weltfinanzsystems rechnet. Natürlich haben Behörden gute Arbeit geleistet, um die Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems zu erhöhen. George Osborne hat es ja heute morgen gesagt, die britischen Banken haben so rund zehn mal so viel Kapital, wie in den Jahren 2007, 2008. “

Ein Finanz-Abgrund wie damals sei nicht in Sicht.

Der britische “Footsie” gab 1,56 Prozent nach, der Dax verlor 1,78 Prozent. Der EuroStoxx50 sackte um 2,12 Prozent ab – Paris, Mailand und Athen verloren mehr als 2 Prozent.

Das Pfund Sterling sank um gut 3 (3,35) Prozent auf 1,3220 Dollar, nur knapp über dem 31-Jahres-Tief vom Freitag.

su mit dpa, Reuters

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