Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Machtkampf: Labour-Abgeordnete wollen Parteichef Corbyn stürzen

welt

Machtkampf: Labour-Abgeordnete wollen Parteichef Corbyn stürzen

Werbung

ALL VIEWS

Tap to find out

Die Entscheidung der britischen Wähler, die EU zu verlassen, wird ein weiteres personelles Opfer fordern. Im Laufe des Tages stimmen die Unterhausabgeordneten der Labour Partei über ein Misstrauensvotum gegen Oppositionsführer Jeremy Corbyn ab. Bei der geheimen Wahl werden dem 67-jährigen Vertreter des linken Parteiflügels keine Chancen eingeräumt. Während einer von Teilnehmern als “katastrophal” und “feindselig” beschriebenen Fraktionssitzung am Montag sollen zahlreiche Abgeordnete Corbyn geradezu angefleht haben, zurückzutreten. Ein Abgeordneter habe geweint, andere seine verzweifelt gewesen.



Corbyn, der vor einem Jahr von der Parteibasis in einer Urwahl mit großer Mehrheit gewählt worden war, will sich nach einem Misstrauensvotum erneut der Basis zur Wahl zu stellen. Inzwischen haben mehr als 40 Mitglieder des Schattenkabinetts und der Fraktionsführung ihre Ämter niedergelegt. Ob Corbyn die nötigen Unterstützungsunterschriften von Unterhausabgeordneten für eine erneute Kandidatur erhalten wird, gilt als ebenso unsicher, wie die Frage, ob er als Vorsitzender auch ohne Unterstützungsunterschriften antreten kann.

Das Ergebnis des Misstrauensvotums wird für 17 Uhr MESZ erwartet.

Bei den Konservativen zeichnet sich eine rasche Entscheidung über die Nachfolge von Premierminister David Cameron ab. Das zuständige 1922 Committee, das aus den Hinterbänklern besteht, wird am Mittwoch zusammen treten. Nach der Sitzung beginnt die Bewerbungsfrist die bereits am Donnerstag um 12 Uhr (Ortszeit) endet. Anschließend finden jeweils Dienstags und Donnerstags Abstimmungen statt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig bleiben. Diese stellen sich dann der Parteibasis zur Wahl. Das Ergebnis der Briefwahl aller Parteimitglieder dürfte am 2. September vorliegen.



Innenministerin Theresa May gilt als mögliche Kandidatin des gemäßigten Flügels. Die 59-jährige hatte sich für den Verbleib in der EU ausgesprochen und soll die verfeindeten Flügel wieder versöhnen. Ihr werden allgemein die besten Chancen zugetraut, den ehemaligen Londoner Bürgermeister Boris Johnson zu besiegen.

Johnson war einer der führenden Vertreter des Brexit-Lagers. Seine Kritiker werfen ihm vor, sich nur aus Karrieregründen an die Seite der Brexit-Befürworter gestellt zu haben. Johnson gilt als Favorit für die Nachfolge Camerons.

Seit den 70er Jahren haben stets Außenseiter die Wahl zum Vorsitzenden der Konservativen gewonnen.

Mehr zum Thema

the guardian: Shadow cabinet resignations: who has gone and who is staying

Sky News: How To Become The New Conservative Leader

House of Common's Library: Leadership Elections: Conservative Party

      ALL VIEWS

      Tap to find out

      Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

      Nächster Artikel