Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Schottland steckt im Brexit-Dilemma

welt

Schottland steckt im Brexit-Dilemma

Werbung

Es war das zweite Referendum für Schottland innerhalb von zwei Jahren.
Am 23. Juni gingen die wahlberechtigten Schotten an die Urnen, um sich FÜR oder GEGEN den Verbleib in der EU zu entscheiden. In Schottland leben 5,3 Mio Menschen, seit drei Jahrhunderten gehört das Land zum Vereinigten Königreich.

Das Ergebnis: 62% der Schotten wollten in der EU bleiben, nur 38% waren dagegen. Es war das proeuropäischste Ergebnis im Vereinigten Königreich.

Nun steckt Schottland in einem Dilemma. Am Tag nach dem Referendum versammelten sich proeuropäische Demonstranten vor dem schottischen Parlament. Sie reagierten damit auf eine kämpferische Rede der schottischen Premierministerin, die sie inmitten der europäischen und schottischen Flagge hielt.

Nicola Sturgeon sagte, als Premierministerin habe sie die Pflicht, nicht nur das demokratische Abstimmungsergebnis im Vereinigten Königreich, sondern auch das in Schottland zu respektieren.
So wie es aussehe, werde Schottland gegen seinen Willen aus der EU ausscheiden. Das sei demokratisch inakzeptabel.
Sturgeon warf den Brexit-Politikern vor, keinen Plan zu haben, während die Opposition zerfalle:

Tags darauf sprach die Chefin der Scottish National Party und der autonomen Regierung erneut die Frage nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich an. “Ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit ist eine Möglichkeit, die sich aufdrängt, und die unbedingt zur Debatte steht.”

Im September 2014 hatten sich 55% der Schotten gegen die Unabhängigkeit ausgesprochen, 45% von ihnen waren dafür. Ein Argument für den Verbleib im Vereinigten Königreich war die Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

Zwei Jahre später hat sich das Bild radikal gewandelt. Eine Mehrheit würde heute (47% gegenüber 41,2%) für die Unabhängigkeit stimmen. “Ich will kein weiteres Referendum, ich bin es leid. Wenn es jedoch dazu kommt, dann würde ich das nächste Mal für die Unbabhängigkeit stimmen,” meint John Frater, ein schottischer Wähler.

Nicola Sturgeon forderte das schottische Parlament bereits auf, den Brexit abzulehnen, sollte die Anfrage aus London kommen. Auch die Parlamente von Nordirland und Wales könnten sich dazu äußern.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Automatische Übersetzung

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel