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Brexit, bloody brexit?

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Brexit, bloody brexit?

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Es ist der erste Auftritt Königin Elisabeths II. seit dem Brexit – und er ist kein Sonntagsspaziergang.
Die britische Monarchin ist für zwei Tage nach Nordirland gereist. Als sie der stellvertretende nordirische Premierminister und Chef der Sinn Fein-Partei Martin McGuinness bei ihrer Ankunft fragte, ob es ihr gut gehe, meinte die Queen humorvoll… “I’m still alive”, sie sei noch am Leben.

Tatsächlich, es ist kein leichter Besuch. Denn der Brexit hat in Nordirland einige Kräfte ins Rollen gebracht, deren Folgen schwer abzusehen sind. 56% der Menschen stimmten dort für den Verbleib in der EU.

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So forderten die katholischen Republikaner umgehend ein Referendum über die Wiedervereinigung mit EU-Mitglied Irland vom künftigen britischen Premierminister, ohne jedoch einen Zeitplan zu nennen.

Martin McGuinness meinte, “wer auch immer es wird, muss sich mit der unserer Meinung nach legitimen Anfrage von Sinn Fein befassen, um eine Volksabstimmung abzuhalten auf Grund eines Votums, das den Nordiren sehr schaden wird.”

Eine Volksabstimmung ist im Karfreitagsabkommen bereits vorgesehen. Denn der Brexit würde die aktuelle Situation verändern, zuallererst an der Grenze zwischen dem Vereinigten Königreich und der Republik Irland. Knapp 500 Kilometer, die sich mitten durch die Insel ziehen. Schwer zu erkennen, wo sie eigentlich ist: irgendwo zwischen Bauernhöfen und kleinen Straßen, auf denen sich Familien zu Pferd zwischen beiden Ländern hin- und herbewegen.

Doch durch den Brexit wird diese grüne Grenze zu einem Außenposten der EU. London könnte den Durchgang einschränken, um das Freizügigkeitsabkommen zu umgehen. Eine der Sorgen, die die Menschen an der Grenze umtreibt.
Ciaran McKellen aus Belcoo klagt, “es wäre eine Katastrophe. Es gäbe dann wieder eine Grenze. 100 Jahre lang versuchten wir, sie loszuwerden. Wir wollen keine Grenze mehr.”

Die Politiker auf irischer Seite sind sich dessen bewusst, wie der Abgeordnete John Paul Feeley der Fianna Fail-Partei, der zweitstärksten Kraft im Land. Er erklärt: “Es muss eine Vereinbarung zwischen den bleibenden EU-Mitgliedsstaaten und Großbritannien geben, die festlegt, wie die Menschen die Grenze überqueren. Wir wollen keine Passkontrollen, nur weil man von einem Dorf ins nächste und von einem Familienmitglied zum nächsten fährt.”

Der Brexit bedroht auch die Wirtschaft der Insel – vor allem im Norden, der vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen sein wird, während Irland Mitglied bleibt. Stephen Kelly gibt zu Bedenken, “jede vierte Familie in Nordirland hängt finanziell vom Warenverkehr ab, der diese Grenze passiert. Das sind 50.000 Arbeitsplätze. Wir müssen sicher gehen, dass diese Grenze nicht mehr errichtet wird.”

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