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Schäuble will, dass Europa Probleme löst - "IN isch IN und OUT isch OUT"

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Schäuble will, dass Europa Probleme löst - "IN isch IN und OUT isch OUT"

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“Welches Europa für die Zukunft nach dem Brexit-Referendum?” Zu diesem Thema diskutierte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble an diesem Mittwoch mit dem Außenminister von Luxemburg Jean Asselborn vor Journalisten und Studenten in Berlin. Zu Beginn bekräftigte Schäuble, dass sein badischer Satz “IN isch IN und OUT isch OUT” weiterhin gelte. Es werde alles schneller gehen als geplant, denn es sei wichtig, die noch nicht abgewehrte Gefahr eines Flächenbrandes auf den Finanz- und Aktienmärkten nach dem Brexit zu beseitigen.

Angesichts der grassierenden Jugendarbeitslosigkeit müsse Europa Probleme lösen. “Ich kann die Debatten nicht mehr ertragen”, sagte Schäuble. Schon seit Jahren werde darüber debattiert, wie junge Leute aus Südeuropa die freien Lehrstellen in Deutschland besetzen könnten. Laut Schäuble müsse die Sprachbarriere zu überwinden sein: “So gut Englisch wie ich kann jeder lernen.”

Als Lösung für die wirtschaftlichen Probleme setzte sich der deutsche Finanminister für mehr Zusammenarbeit innerhalb der EU ein. Allerdings sei jetzt – kurz nach dem Brexit-Referendum – politisch nicht der richtige Zeitpunkt, um die Eurozone zu vertiefen.

Obwohl sowohl Schäuble als auch Asselborn die EU vehement verteidigten, war Schäuble nicht immer einer Meinung mit dem luxemburgischen Außenminister – und der CDU-Politiker verteilte auch Seitenhiebe gegen den Koalitionspartner SPD, als Asselborn vehement abwehrte, dass Sozialdemokraten anderswo eventuell ein EU-Referendum wollten: “Bei Sigmar Gabriel weiß man nie!”, sagte Schäuble.

Bei der Analyse, wie es zum Brexit-Votum kommen konnte, zeigten sich sowohl Schäuble als auch Asselborn eher kleinlaut. Die EU-Kommission und der Europäische Rat hätten davon abgeraten, dass Asselborn sich im britischen Referendumswahlkampf zu Wort melde, sagte der Außenminister aus Luxemburg. Ob das ein Fehler gewesen sei, könne man jetzt nicht sagen. Schäuble hatte als einer der ganz wenigen Politiker aus dem Ausland bei den Briten gegen den Brexit geworben.


Asselborn, der in diesem Jahr mit dem Deutsch-Französischen Journalistenpreis geeehrt wird, machte Scherze über die britischen Populisten mit einem bewussten Versprecher: “Donald Johnson oder wie der heißt…”


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