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Pestizide, Kosmetika, Luft und Wasser: Unser täglicher Gift-Cocktail

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Pestizide, Kosmetika, Luft und Wasser: Unser täglicher Gift-Cocktail

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Ob Sie Obst und Gemüse anbauen, einfach nur in einem öffentlichen Park sitzen oder ein Bier trinken: Sie sind immer wieder Glyphosat ausgesetzt, dem am weitetesten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel in Europa. Einige Wissenschaftler halten es für krebserregend, andere nicht. Nach langem Herumgezerre um eine Verlängerung oder ein Verbot hat die Europäische Kommission Ende Juni die Zulassung kurz vor deren Ablaufen für bis zu 18 Monate verlängert. Bis dahin soll die Europäische Chemikalienagentur ein neues Gutachten zu möglichen Krebsgefahren vorlegen.

Insiders schaute sich in Deutschland um, wo der Streit um Glyphosat besonders heftig tobt. Biobauern leiden unter vom Wind herübergewehten Glyphosatrückständen der Nachbarn, konservative Politiker stellen sich hinter die Industrie, und die von Amts wegen zuständigen Risikobewerter werfen Umweltschützern Panikmache vor.

Wie gefährlich ist Glyphosat wirklich, wollten wir von Kurt Straif wissen, einem Mediziner und Epidemiologen an der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO in Lyon.
Seine Agentur hat den Stoff als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Und bleibt dabei, auch wenn ein Expertenpanel des Welternährungsprogramms dem widerspricht.

Ob im Essen, aus der Luft oder dem Wasser – der Mensch reichert einen Cocktail potenziell riskanter chemischer Stoffe in sich an. Eine französische Verbraucherschutzorganisation stellte in diesem Jahr eine Liste von über 200 Kosmetikprodukten zusammen, die allegene Substanzen oder sogenannte endokrine Disruptoren enthalten: Stoffe, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen können. Diese Chemikalien finden sich auch in Babypflegeprodukten. Sollten mehr Stoffe generell verboten werden? Insiders verfolgt den Streit zwischen Verbraucherschützern und Herstellern in Frankreich.

Mitten in der Gemengelage zwischen einer starken Industrielobby, sich gegenseitig widersprechenden Wissenschaftlern, einer starken Industrielobby, umweltbewussten Politikern und besorgten Verbrauchern die Europäische Kommission, die letztlich über Zulassungen und Verbote in Europa entscheidet.

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