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Hoffen auf Rückkehr nach Falludscha: "Wir erleben eine Tragödie"

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Hoffen auf Rückkehr nach Falludscha: "Wir erleben eine Tragödie"

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Eine Woche nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Falludscha aus den Händen der Miliz Islamischer Staat stehen viele Einwohner der Stadt vor den Trümmern ihrer Existenz. In einer Notunterkunft außerhalb der rund 80 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt überschatten die schwierigen Lebensumstände auch das bevorstehende Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan-Ende. Eine Frau fragte, bevor sie in Tränen ausbrach:

“Wie soll ich das Fest feiern, entfernt von meiner Stadt?”

Schätzungen zufolge sind über 85.000 Zivilisten aus Falludscha geflohen. Viele leben in provisorischen Zeltlagern unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen:

“Wir erleben eine Tragödie. Es gibt keinen Strom und für Wasser muss man lange anstehen. Es ist staubig, aber wegen der Hitze können wir das Zelt nicht schließen. Trotzdem danken wir Gott.Obwohl wir sogar auf das Fasten verzichten.”

“Das Fest des Fastenbrechens muss uns egal sein. Es ist eher ein Tag wie jeder andere.”

Rund zweieinhalb Jahre mussten viele Einwohner von Falludscha die Willkür der Miliz Islamischer Staat miterleben. Auch jetzt steht ihnen eine ungewisse Zukunft bevor. In Falludscha beteiligen sich Spezialkräfte der irakischen Armee an der Wiederherstellung lebenswerter Umstände. Sie versuchen, Waffen sicherzustellen und Sprengfallen der IS-Miliz aus dem Weg zu räumen.

Vereinzelt kommt es laut Medienberichten noch zu Schusswechseln mit in Falludscha ausharrenden Dschihadisten. Die Vereinten Nationen erklärten, frühestens im August wollten irakische Behörden ersten Zivilisten die Rückkehr in oftmals zerstörte Wohnviertel genehmigen.

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