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Lichter aus in Venezuela

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Lichter aus in Venezuela

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Für das krisengeschüttelte Venezuela gibt es eventuell einen kleinen Hoffnungsschimmer. Präsident Nicolas Maduro hat angekündigt, dass die Rationierung von Strom im Laufe dieses Montags aufgehoben werden soll. Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Seit April sind die Lichter aus. Elektrizität ist rationiert, Strom ist nur an vier von 24 Stunden des Tages zu haben. Das hat natürlich weitere Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben des Landes. Ohne Strom kann in vielen Branchen kaum gearbeitet werden. Der Besitzer einer Garage sagte, wenn die Rationierung nicht bald aufgehoben werde, müsse er seine Angestellten entlassen.

Die Regierung sagt, Schuld an der Misere sei El Niño. Das Wetterphänomen hat eine schwere Dürre verursacht. Der Wasserpegel des Guri-Stausees sank immer weiter ab und das angeschlossene Wasserkraftwerk kann nicht arbeiten. Über dieses Kraftwerk werden aber 70 Prozent der 30 Millionen Venezolaner mit Strom versorgt. Hinzu kommt außerdem der Preisverfall beim Öl. Um 41 Prozent fielen die Einnahmen in 2015 im Vergleich zum Vorjahr. Aus der Energiekrise ist inzwischen auch eine Versorgungskrise geworden. Medikamente sind knapp, in Krankenhäusern können Operationen kaum noch durchgeführt werden. Supermarktregale sind leer, es fehlt an lebensnotwendigsten Dingen: Zahnbürsten, Milchpulver und Lebensmittel. Zwölf Prozent der Bevölkerung lassen inzwischen mindestens eine Mahlzeit am Tag ausfallen. 87 Prozent sagen, sie haben nicht genügend Geld um ausreichend Essen zu kaufen. In manchen Schulen gibt es Kartoffelpuffer für die Kinder. Oft ist das ihre einzige Mahlzeit.

Schulköchin Carmen García beschreibt die Situation: “Ich frage die Mütter, ob das Kind etwas zu essen bekommen hat. Und sie sagen mir, was sie im Supermarkt bekommen konnten, war Seife. Dann versuchen sie, diese gegen Lebensmittel einzutauschen.”

Tauschhandel und Schwarzmarkt blühen. Außerdem versuchen die Menschen vermehrt, Lebensmittel anzubauen. Auf den Dächern in der Hauptstadt Caracas werden sogenannte urbane Gärten angelegt. Die Regierung will, dass so bis zum Jahr 2019 20 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs gedeckt werden können. Angesichts der dramatischen Lage des Landes scheint das jedoch eine nicht ausreichende Maßnahme. Zuletzt gab es bereits Proteste und Plünderungen wegen der schlechten Versorgungslage.

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