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Terrorattentäter in Bangladesch: Privilegiert, gebildet, islamistisch

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Terrorattentäter in Bangladesch: Privilegiert, gebildet, islamistisch

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Nach dem Terroranschlag auf Ausländer in Bangladesch müssen sich die Sicherheitskräfte offenbar auf eine im Kontext eher ungewöhnliche Bedrohungslage einstellen. Die meisten der Attentäter stammen aus wohlhabenden Familien, besuchten Eliteschulen. Einer war gar der Sohn eines Regierungspolitikers.

Eine Verbindung mit den IS-Dschihadisten oder Al-Quaida erkennen die Sicherheitskräfte aber weiterhin nicht. “Die Leute, die die Attacke durchgeführt haben, sind allesamt einheimische Jugendliche”, so der Junior-Außenminister Bangladeschs, Shariar Alam. “Bislang haben wir keine ausländische Verwicklung gefunden, aber die Ermittlungen gehen in alle Richtungen weiter.”

Seit drei Jahren kommt es in dem muslimischen Land häufiger zu Anschlägen auf Minderheiten und Religionskritiker. Laut dem Innenministerium seien islamistisch motivierte Tendenzen zuletzt auch in gut situierten Studentenkreisen “Mode” geworden.

Unterdessen haben die Regierungen Italiens und Japans mit der Überführung der Leichen begonnen. “Wir sind wegen dieses traurigen Anlasses hier, und um die Leichen unserer Bürger heimzubringen”, sagte der Vizeaußenminister Italiens, Mario Giro in Dhaka. “Die Kooperation zwischen Italien und Bangladesch wird weitergehen und durch dieses Ereignis gestärkt werden.” Man wolle gemeinsam gegen den “globalen Terrorismus” kämpfen.

Die Leichen der getöteten Japaner trafen bereits in Tokio ein. Bei dem Terroranschlag auf ein Cafe in Dhaka hatten die sieben Geiselnehmer die Ausländer von den übrigen Besuchern getrennt und dann unter anderem neun Italiener, sieben Japaner, einen Amerikaner und eine Inderin brutal getötet. Bei den heftigen Schusswechseln mit Sicherheitskräften wurden sechs der sieben Geiselnehmer getötet, auch zwei Polizisten kamen ums Leben.

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