Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Cameron und Corbyn pflichten Chilcot-Bericht bei

welt

Cameron und Corbyn pflichten Chilcot-Bericht bei

Werbung

Großbritanniens amtierender Premierminister David Cameron hat sich den Schlüssen des Chilcot-Berichts zur Invasion im Irak während einer Fragestunde im Parlament größtenteils angeschlossen. Der Bericht lege die zu lernenden Lektionen gut dar, so Cameron.

“Das Land in einen Krieg zu führen sollte immer das letzte Mittel sein und nur dann geschehen, wenn alle glaubwürdigen Alternativen ausgeschöpft wurden”, so Cameron, der 2003 als damaliger Hinterbänkler selbst für die Invasion gestimmt hatte.

Einen perfekten Plan, eine perfekte Reaktion gebe es in solchen Situationen allerdings auch nicht, so Cameron. Er warnte vor Tatenlosigkeit: “Ja, Großbritannien hat die Lektionen dieses Berichtes gelernt und wird es weiter tun. Aber wie bei unserer Intervention gegen ISIL im Irak und in Syrien heute, muss und wird Großbritannien seiner Rolle in der Welt gerecht werden und nicht aufhören, seine Bürger zu beschützen.”

Der jetzige Labour-Chef Jeremy Corbyn stimmte 2003 gegen die Linie seines damaligen Parteichefs Blair. Auch er pflichtete den Schlüssen des Chilcot-Berichts weitgehend bei.

“Für jeden einzelnen von uns sind heute Lektionen dabei”, so Corbyn. “Wir müssen sehr genau nachdenken, statt militärische Mittel zu ergreifen ohne dabei die Konsequenzen zu verstehen, mit denen wir Jahrzehnte lang leben müssen, und die oft weitere, nicht kalkulierbar Konsequenzen haben.”

Der damalige Labour-Premierminiser Tony Blair verteidigte seine damalige Position am Mittwoch in einer langen Stellungnahme.

Vor dem Londoner Konferenzzentrum “Queen Elizabeth II”, in dem Sir John Chilcot seinen Bericht am Mittwoch vorstellte, versammelten sich zahlreiche aufgebrachte Kritiker des damaligen Premierministers Tony Blair zu einer Demonstration. Sie bezeichneten Blair als Mörder und Kriegsverbrecher.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel