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Chilcot-Bericht: Britische Invasion im Irak war schlecht entschieden, vorbereitet und durchgeführt

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Chilcot-Bericht: Britische Invasion im Irak war schlecht entschieden, vorbereitet und durchgeführt

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Ein lang erwarteter britischer Untersuchungsbericht zur Invasion im Irak kritisiert die damalige Arbeit der britischen Geheimdienste, der Regierung und der Streitkräfte als unzureichend.

Die USA und Großbritannien hatten die Invasion ohne UN-Mandat im Jahr 2003 damit gerechtfertigt, dass Machthaber Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitze, weiter entwickle und auch einzusetzen gewillt sei.

Der mit der Untersuchung beauftragte Sir John Chilcot erklärte, sein Bericht befasse sich nicht mit der Rechtmäßigkeit der Invasion. Doch er komme zu dem Schluss, dass die Geheimdienste die Glaubwürdigkeit der Informationen übertrieben, auf deren Basis die Entscheidung für die Invasion getroffen wurde.

Die Regierung und Verwaltung hätten dies nicht ausreichend hinterfragt und auch deshalb politische Alternativen zur Invasion ignorierte, die es durchaus gegeben habe.

Auch die öffentlich transportierte Einschätzung der außenpolitischen Umstände und der Sicherheitslage sei fehlerhaft gewesen. Dies liege im Verantwortungsbereich der damaligen Blair-Regierung, auch wenn das Parlament schließlich die Entscheidung zur Invasion getroffen habe.

Zudem sei schon vor der Invasion absehbar gewesen, welch explosive Sicherheitslage sich später ergeben würde. Deshalb seien die Streitkräft schlecht vorbereitet und das langfristige Engagement vor Ort völlig unzureichend gewesen, um als Besatzungsmacht den Aufgaben beim Wiederaufbau und der Sicherung des Landes gerecht zu werden.

Die Invasion sei zudem nicht wie dargestellt, im Interesse der Autorität des UN-Weltsicherheitsrats gewesen, sondern habe dessen Autorität vielmehr untergraben.

Der Chilcot-Bericht ist der etwa dreimal so lang wie die Bibel und damit der umfangreichste in der Geschichte Großbritanniens. Eine vollständige Analyse dürfte Wochen dauern.

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